HomeDie Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre BedeutungPagina 17

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h Uebergang der Farbenblindheit in den normalen Farhensinn, 15 [
* i darauf aufmerksam macht, so ist es wirklich schvver d
‘ d zu bestimmen, ob ein so heschaffener Farbensinn noch ;
I " im Gebiet des Physiologischen, oder schon im Bereich
‘ i des Pathologischen liegt. Ganz normal kann doch ein t
' S in dieser Weiss sich bethatigender Farbensinn nicht
V sein, und die Entschuldigung: dass es sich um Flüchtig­ `
u keitsfehler handle, hat auch keine sonderlich überz.eu­
_ gende Kraft. Flüchtigkeitsfehler kommen hei der Un-
V tersuchung des Farbensinns ja vor, doch zeigen diesel-
ben alsdaun niemals so genau denselbeu Character wie
t die von Daltonisten begangenen Fehler. Pathologisch
kann man derartige Fehler aber eigentlich auch nicht
E P ` nennen, keinesfalls kann man sie aber doch als Farben­
) blindheit bezeichnen; denn das betreffende lndividuum
vermeidet ja jeden Fehler, sobald man es auf seine Irr-
· W thümer aufmerksam macht und es in Folge dessen mit
grösster Ruhe und Besonnenheit verfahrt. Es ist eben
1 V; nur eine gewisse Trägheit der Farbenempfindung vor-
handen, die sich hauptsachlich dann bemerkbar macht,
wenn das betreffende lndividuum nicht streng auf sich t
achtet, sondern schnell und rasch verfahrt; widmet es
X aber seinem Farbensinn die nöthige Autmerksamkeit,
so ist es sehr wohl im Stande die vorhandene Tragheit A l
°" seiner Farbenemptindung erfolgreich zu neutralisiren. Y
Die Grenzen zwischen normalem Farbensinn und
den leichtsten Formen der Farbenschwáiche sind dem-
nach so flüssige und unbestimmte, dass man sichere und n (
J unter allen Verhältnissen zutreifende und verlässliche _
Untersclieidungsmerkmale nicht beizubringen vermag.
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