HomeDie Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre BedeutungPagina 11

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V .
· Uebcr die Namen Daltonismus und Farbenblindheit. 9
n ziemlich überflüssigen Reichthums zweier Namen, von
n denen bei Licht betrachtet, eigentlich keiner voll und
r1 J) _ ganz passt. Denn der Ausdruck Daltonismus ist eigent-
1 lich nurfürden von Dalton zuerst ausführlich besch1·ie­
­ benen Zustand der Rothblindheit erfunden worden und
1 sollte somit speciell auch nur diese einzelne Art der
1 Farbenblindheit, welche jenem grossen Gelehrten eigen-
­ .` thümlich war, characterisiren. Wenn man also einen
> Mensch, der Grün oder Blau nicht zu empünden ver-
; mag, einen Daltonisten nennt, so begeht man eigentlich ·
. einen argen Verstoss gegen die Logik und thut damit
ix dem Ausdruck Daltonismus Gewalt an, indem man ihm
c V4; . eine Bedeutung beilegt, die er von Anfang an keines-
­ gl wegs besessen hat. V om historischen Standpunkt aus
­ ist somit die Verallgemeinerung, in welcher die Fran-
zosen, Italiener und zum Theil auch die Deutschen den
_ Namen Daltonismus benützen, unlogisch und damit
1 eigentlich auch unstatthaft. Doch usus est tymmms
q und so werden auch wir uns denn keine sonderlichen
Vorwürfe machen, wenn wir diesem unlogischen Ge-
brauch des Wortes Daltonismus ab und zu huldigen.
Und zwar werden wir dies um so vveniger thun, wenn
‘ wir bemerken, dass auch der von den Englandern in
" Vorschlag gebrachte Namen Farbenblindheit seine recht
bedeutenden Schvvachen hat, nur sind diese Schwachen
nicht, Wie bei dem Ausdruck Daltonismus, historischer,
sondern, wenn man so sagen darf, physiologischer
*1 Natur. Der bezügliche Fehler des Farbensinns, welcher