HomeZur Sicherheit des Lebens in den Theatern mit besonderer Berücksichtigung der TheaterbrändePagina 43

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Wir nehmenlkeineswegs die Priorität für uns in Anspruch,
derlei Axiome ausgesprochen zu haben: Gesagt wurde darüber
_ schon oft genug und viel genug; gethan jedoch kaum mehr
§ als mn i chts!
Die Sicherheitsvorkehrungen gegen Theaterbrände, welche
vvesentlich in der genauen und gewissenhaften Einhaltung der
einschlägigen (als gut und entsprechend vorausgesetzten) Vor-
schriften ihre Grundlage haben, können aber erst dann Bürg- »
schaften für deren Wirksamkeit gcwähren, wenn dieselben von
* Fachleuten, Sachverständigen, kurz von Sicherheitstech-
nikern geleitet werden. Allein wo sind die Sicherheits­
techniker? Wir sagten es schon, die müssen erst geschaiïen
werden
I Ein besonderes Fach der Sicherheitstechnik und zugleich
das wichtigste derselben bildet, wie sich von selbst ergibt, die
Feuerwehr. In welcher Weise aber die Feuerwehr in den
ià meisten Fällen gchandhabt wird, ist gerade nicht erbaulich.
>
I *) Man wird von mancher Seite vielleicht einwenden wollen, In-
genienre und Architekten seien schon eo ipso Sicherheitstechniker ....
Wir sind jedoch der Meinung, dass, wenn wirklich die von uns gedach-
ten Sicherheitstechniker beständcn, es geradezu undenkbar wäre, ge-
l wisse bauliche Einrichtungen anzutreffen, wie sich solche in den neuen
Schöpfungen der recenten Bauära nur zu häufig finden. Wären Sicl1er­
,, heitstechniker wirklich auf ihren wichtigen Posten, so würden kaum,
beispielsweise, in den Wiener Wohnhäusern die sogenannten Licht-
höfe - Höfe, in die kein Licht einzudringen vermag! -­ in der heute
gestatteten, feuergefährlichen und unhygienischen Art und Weise an-
geordnet werden dürfen; würden die Treppenanlagen in Bezug auf
Beleuchtung und Bequemlichkeit von ganz anderen Kriterien inspirirt
· erscheinen u. s. w.
Uebrigens behauptet man ja auch, die Gesundheitstechniker seien
4 langst in der vollen Ausübung ihrer Thätigkeit begriffen. Wäre dies
wirklich der Fall, so hätten wir die betriibende Thatsache nicht zu
verzeichnen, dass man z. B. in einen Casernenschlafsaal Morgens absolut
nicht eintreten kann, will man sich nicht der Gefahr des Erstickens
aussetzen. Und in solcher mephitischer, unathembarer Atmosphäre
i werden hunderttausende von Menschen - wir zählen die Soldaten auch
A ­ zu den Menschen - allnächtlich ,,eingelagert" gehalten!.. . Doch nicht
‘ unter Aufsiclit von Gesundheitstechnikern‘?!
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