HomeZur Sicherheit des Lebens in den Theatern mit besonderer Berücksichtigung der TheaterbrändePagina 33

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10fachen Menge Wasser. Sollten Decorationen und andere i
derartig bemalte Gegenstände damit imprägnirt werden, so
müsste dies mit der Kaulbaclfschen Spritze (einer Art Zer-
# stäubcr) geschehen. Doch darf nicht verschwiegen werden, dass ,
dasselbe viele Farben zerstört und manche Stoffe in ihrer
‘ Festigkeit beeinträchtigt; auch verleiht es den Gegenständen
einen gewissen matten Glanz, der bei Decorationen nicht er-
wünscht sein dürfte. Für Holz ist es jedoch gewiss das wirk-
l- samste Flammenschutzmittel, welchcs wir besitzen.
E Das wolframsaure Natron, das schon langst am
" englischen Hofe eingeführt ist, bringt selbst bei heiklen Farben
i keine Veränderung hervor; cs ist heute auch bei uns schon so
I nieder im Preise, dass seiner Anwendung selbst für minder
feine Gewebe kaum mehr ein Hinderniss im Wege stehen kann.
5 Man verwendet einfach seine concentrirte Lösung zur Herstel-
lung der Stärkemehlschliche oder bei ungestärktem Gewebe
direct zum Tränken desselben, und verträgt es das Plätten mit
’r ziemlich heissern Plätteisen ganz gut.
Vom schwefelsauren Animon, das ebenso wie das
vorige zur Anwendung zu bringen ware, muss erwähnt werden,
dass es, allein angewendet, nur sehr kühle Plätteisen oder H
Kalandervvalzen erlaubt, sovvie dass es die Gewebe etwas an-
t greift und dieselben mit der Zeit mürbe macht.
Das phosphorsaure Am mon besitzt vor dem vor-
stehenden den entschiedenen Vortheil, die Gewebe nicht anzu-
L greifen; seine Anvvendung verbleibt im Uebrigen die gleiche.
` Der Borax, den man in seiner 5- bis öfachen Menge
_ Wasser gelost zur Schlichbereitung anwenden kann, bildet
i schon für sich allein ein recht Wirksames Flammenschutzmittel
s für Gevvebe aller Art. Ein Gemenge desselben mit Bittersalz,
H dem man, um eine gesteigertere Wirksamkeit zu erzielen, noch
etwas Salmiak zusetzen kann, ist jedoch, da derselbe fester
" an den Gevveben haftet, vorzuziehen. Man verwendet am besten
J, ein Gemenge von 3 Theilen Borax, 2 Theilen Bittersalz und
l eventuell 1 Theil Salmiak, das man in 20 Theilen Wasser,
`· also 30 Gramm der Mischung in 0‘3 Liter Wasser löst. In
diese Lösung taucht man das Gewebe, bis es völlig feucht
geworden, windet es etwas aus, schlägt es in Tücher ein und
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