HomeZur Sicherheit des Lebens in den Theatern mit besonderer Berücksichtigung der TheaterbrändePagina 31

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Brande des Dresdener Hoftheaters am 21. September 1869
versuchte ich es, in einer an den Gene1‘al­Intendanten der Hof`-
theater, Se. Excell. Herrn Eligius Freiherrn von Münch-
Bellinghausen, gerichteten Denkschrift vom 28. September
l869_ das günstige Urtheil der Commission vom 11. Juli und
6. August 1868 der Vergessenheit zu entreissen und eine Wieder-
aufnahme der Proben zu veranlassen, - ohne jedoch den ge- _
ringsten Erfolg zu erzielen."
,,Im Mai 1870, nach dem Unglücke, vvelches die Tänzerin
* Frl. Anna J aksch im neuen Opernhause während der Vor-
stellung traf, und vvelchem dieselbe zum Opfer üel, versuchte
ich es wieder, mündlich und sehriftlich, die Sache von Neuem
anzuregen, aber ebenfalls ohne Erfolg. Es wurden Proben in
Aussicht gestellt, ob es aber dazu kam, erfuhr ich nicht."
Vielleicht ist das letzte grässliche Unglück im Stande, alle
‘ die ervvähnten Hindernisse zu beseitigen und endlich doch den _
längst erprobten Flammenschutzmitteln auch bei uns Eingang
zu verschaffen!
Doch auch im Privatleben haben die Flammenschutzmittel
ihre vollste Berechtigung, wenn man bedenkt, dass, nach An-
gaben Prof. Hebra’s, in Wien jährlich durchschnittlich 21
Personen durch Verbrennen verunglücken! Der Grund, warum
auch hier nichts geschah, ist von dem zvveiterwähnten Gelehrten
treffend geschildert mit den Worten: ,,Ein Haupthinderniss,
d ich wage es auszusprechen auf die Gefahr hin, den bitteren
. Lohn derWah1·l1eit zu ernten, sehe ich darin, dass das Tragen
flammensicherer Kleider niemals sozusagen modern werden
Q kann. Der Vortheil eines gut präparirten Stoffes besteht blos
darin, dass er vor dem Entflammen geschützt ist, aber gerade
wenn derselbe sehr gut hergestellt ist, nimmt man von dieser
5 Eigensehaft gar nichts wahr. Die hässlichste Farbe, der pene-
tranteste Geruch, die abenteuerlichste Form können zur Mode-
sache werden, - das Imprägniren der Kleider aber, vvelches
nur verborgene Vortheile bietet, eignet sich zu keiner Art von
l Prunken und Paradiren."
` Wenn man auch selbstverständlichden freien Staatsbürger
jl nicht zur Vervvendung solcher Schutzmittel zwingen kann, so
l kann und muss doch bei ölïentlichen Anstalten, wie Theatern, Q
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