HomeZur Sicherheit des Lebens in den Theatern mit besonderer Berücksichtigung der TheaterbrändePagina 26

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F brennungsgase auch nicht so bald ihre tödtliche Wirkung aus-
` zuüben begonnen hätten.
Wohl besitzen fast alle unsere Theater Ventilationsanlagen, `
_ doch ist deren Einrichtung nur getroffen worden, um eben
einer solchen nicht zu entbehren; die meisten dieser Einrich-
tungen sind aber ganz und gar unzureichend. Man begebe sich
i in die oberste Galerie irgendwelches Wiener Theaters - die i
Hofoper bildet hievon eine löbliche Ausnahme ­- und man wird z
_ sich schon gleich nach Beginn der Vorstellung in einer Atmo- l
sphäre fühlen, deren Pestilenz und unerträgliche Temperatur &
einen ganz ausserordentlichen, wir möchten fast sagen über- I
Y menschlichen Kunstenthusiasmus oder eine ebensolche Stumptï j
‘ sinnigkeit erfordern, um eben nicht schmerzlich empfunden zu i
werden.
Besässen unsere Theater eine etwa durch eine kuppelförmige
Dachconstruction zu erreichende Ueberhöhung der Saalplafond-
mitte über den höchsten, von den Zuschauern besetzten Räumen,
und befände sich über der so überhöhten Mitte eine sogenannte +
Laterne, deren Seiten sich einzeln oder zusammen unschwer
öffnen lassen würden, so wäre ein gewaltiger und wohlthätiger "
Abzug der im Schauspielhause verdorbenen Luft blos durch
l_ das zeitweilige Oeifnen der Laterne gesichert und der Aufenthalt
in den Galerien erträglicher und weniger gesundheitsgefährlich.
i Ausserdem hätte, wenn wir wieder auf das Ringtheater T
, anspielen, eine solche Laterne den erstickenden Gasen der g
i· Verbrennung einen sehr wirksamen Abzug gestattet, denselben
gewissermassen als Schlot gedient. Die Genesis des Ringtheater-
brandes hat uns aber noch etwas gelehrt: Hätten sich über
. der Bühne, beziehungsweise über dem Schnürboden genügend
grosse Oeffnungen befunden, so würden die sich rapid ent-
wickelnden Verbrennungsgase den kürzesten Weg nach diesen
hoch über dem Bühnenraume angebrachten Oeffnungen genom-
men haben, und das grässliche Unglück, welches durch die ,
Q Invasion der Flammen und Stickgase nach Durchbruch des ‘«
Bühnenvorhanges in den Zuschauerraum geschehen, wäre uns Q
“ erspart geblieben. Es wird daher unerlässlich sein, auch über ,
der Bühne grosse und zahlreiche Oeffnungen anzubringen, die
_ in normalen Verhältnissen eine ganz vortreffliche Ventilation i
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