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­ 62 Ueber N€Ll1l‘1l11g·L111G. Fleischextract.
gi achtung gerade für das Fleischextract auszusprechen, dessen uner-
inessliche Wichtigkeit er fühle.
Daraus darf 1119..11 zwar nicht schliessen, dass sich die Reisen-
, den mit Fleischextract allein hatten ernahren können, aber es ist
ihnen als wesentlicher Bestandtheil in ihrer Nahrung doch jeden­
T falls sehr nützlich und zutraglich gewesen.
Bei den Experimenten über die tödtliche Wirkung grosser ·‘
, " Mengen von Fleischextract an Thieren, welche wesentlich dem ·
Kaligehalt des Extractes zugeschrieben werden muss, hat man von
Anfang an einen Umstand ganz ausser Acht gelassen, der aber
nothwendig in Betracht gezogen werden musste, Wenn man die `
Wirkung auch nur entfernt init dem Genuss von Fleischbrühe in
ll; Beziehung bringen wollte, namlich den Unistand, dass die Wirkung
der Kalisalze auifallend geniildert wird, sobald ihnen eine aequiva-
lente Menge Natronsalze beigemengt wird. Sollte vielleicht auch
darin einer der Gründe liegen, weshalb unser Instinct, unser Ge- al
i ii schmack stets einen nicht unbetraclitlichen Zusatz von Kochsalz
(Ghlornatriuin) so gebieterisch verlangt, bis uns eine Fleischbrühe
niundet? Es bleibt in diesen Dingen überhaupt noch unendlicli
§Q viel zu erforschen.
Ich halte es noch lange nicht für an der Zeit, den Gebrauch
des Fleischextractes als eines Genussnnttels ausschliesslich davon
a l abhangig zu inachen, was wir von seinen Bestandtheilen und deren v
Eigenschaften wissenschaftlich schon feststellen können, oder wie
weit wir etwa im Stande sind, es künstlich zusainnienzusetzen. .
Wenn wir von diesem doctrinaren Standpunktc aus auch andere
Genuss­ und N ahrungsmittel betrachten wollten, so waren wir
wohl langst Hungers gestorben. Wenn die Einführung des Thees
oder Kaffees davon ware abhangig gewesen, dass man zuvor ge-
ïï , wusst hatte, in beiden sei das Alkaloid Theïn enthalten, da waren
wir erst sehr spat in ihren Besitz gekoinmen, und auch jetzt ver-
niögen wir die Bedeutung des Thee- und Kaffeegenusses nur höchst
unvollstandig zu erklaren und zu niotiviren; wir fiihlen nur, es
ti thut uns gut.
J edes neue Genussmittel hat zahlreiche Vorurtheile zu über-
dit winden, nainentlich hatte bisher edes eine Periode durchzuniachen,
1 in der behauptet wird, dass es eine schadliche, ja selbst giftige
, , Wirkung habe; wir haben das sowohl beilïaffee, als bei Thee und
anderen hinreichend erlebt.
l Auf diese Periode folgt dann wieder eine andere, in welcher,
gg weil die Erfahrung das Schadliche und das Giftige nicht nach-
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