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Ueber Nahrung und Fleischextract. _61
und getrunken, es ist sogar möglich, dass auch schon J emand an
Fleischextract gestorben ist, obwohl darüber noch nichts bekannt l,
wurde, aber aus solchen Unglücksïällen wird doch Niemand die ij
Lehre ziehen, sich von nun an des Essens und des Trinkens oder
§ des Fleischextractes zu enthalten. E
; Dass man Fleischextract taglich und ziemlich viel und lange
I hinter einander nicht nur ungestraft, sondern sogar mit grossem ii
n Behagen und Nutzen verzehren kann, hat Rohlfs, weithin durch
Q seine Reisen in Marokko bekannt, erfahren. Er äussert sich dar-
über in einem Briefe an Baron v. Liebig: ,,Was das Fleisch­
l extract betrifft, so ist es namentlich für uns Afrika­Reisende eine
I der grössten Wohlthaten gewesen. Auf meiner Reise durch die ’
,; grosse Wüste von Tripohs nach dem Tschad-See war es meine ëi
tägliche Nahrung. Ohne sonstiges Fleisch nahm ich es des Mer-
i gens auf Biscuit geschmiert, und das schmeckte nicht nur vortreff­ ä
Q lich, sondern ersetzte mir auch vollkommen die Fleischkost. Abends
stellte ich Bouillon her und mischte eine gute Portion unter Reis, g
Q Linsen oder Kuskusu oder was wir sonst an Vegetabilien hatten. "
Ich habe mich übrigens so an das Fleischextract gewöhnt, dass ich
J es noch jetzt immer im Hause haben muss."
E Wie im Süden, nahe dem Aequator, hat auch im höchsten ,
Norden, nahe dem Pole, das Fleischextract einem sehr angesehe­ l
I nen und bekannten Reisenden, Herrn Edward Wh ymp er, grosse
E Dienste geleistet. Er aussert sich in einem Briefe von England t
aus darüber mit folgenden Worten: ,,Ich geniesse das Extract ,
seit seiner ersten Einführung in dieses Land, und es gibt keinen
einzigen Nahrungsartikel, welchen ich auf Reisen weniger als ge-
§· rade diesen entbehren möchte. Ich reiste in Nordgrönland wah-
ll 4 rend der ganzen Saison von 187 2; wahrend dieser Zeit war meine i
N ahrung sehr limitirt in Quantitat und fast ganz auf einige wenige
europaische Lebensmittel beschränkt, worunter zunächst das Lie-
r big’sche Fleischextract. Nichtsdestoweniger gewann ich fortwäh­
* rend an Spannung und Kraft. Dieses schreibe ich in nicht gerin­ E
gem Maasse dem liäuiigen Gebrauche des Extractes zu, denn meine
sonstige Fleischko st bestand nur aus in Blechdosen verwahrtem Rind­
I f1eisch." Herr Whymper war daher bei seiner Heimkehr nach
a England sehr überrascht, zu hören, dass das Fleischextract etwas
Unnützes sein solle. Da diese Behauptung mit seiner eigenen Er-
· fahrung in so directem Widerspruch steht, so glaubt er sie nicht,
und beauftragte den Herrn, an welchen sein Brief gerichtet war,
‘ Baron v. Liebig seine aufrichtige Dankbarkeit und tiefste Hoch-