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60 Ueber Nahrung und Fleischextract. ­
frei von Eiweiss und Fett, sondern auch frei von Leim zu gewin-
Q nen, um ihm die Haltbarkeit zu sichern.
Obschon alle Fleischextract­Fabriken nach der Methode des
W Baron v. Liebig zu arbeiten vorgeben und dieses als Empfehlung
[Q benutzen, so sind die Producte nicht überall gleich, und können à
es nicht sein vermöge ihrer nothwendig verschiedenen Einrichtun­ g
gen. Nur in grossen Etablissementen lässt sich die Herstellung D
einer immer gleiclnnassigen Qualität des Productes erwarten. .
« Daher kommt es, dass es Extracte gibt, welche z. B. eine Spur
Eiweiss enthalten, aber in so geringer Menge, dass es als Eiweiss- l
? nahrung ohne alle Bedeutung ist (etwa 1 Procent) und nur hin- I
I reicht, um die Aufiösung des Extractes in warmem Wasser trüb 1
j g erscheinen zu lassen. Baron V. Liebig und ich Würden ein solches ng
Extract, wenn es von Fray­Bentos kalme, als mangelhaft iiltrirt,
einfach nicht in den Handel übergehen lassen dadurch, dass wir
unsere Unterschrift verweigerten. è
l l Andere waren nicht damit zufrieden, zu sagen, dass das Fleisch-
extract keine N ahrung sei, sie glaubten die Welt auch darauf auf- Q
merksani machen zu müssen, dass es sogar schädlich, ja dass es
selbst ein Gift sei. Diese Absurditat machte vielfach Eindruck. ik
w l Ich konnte nie begreifen, dass den Leuten, die sich das sagen i
liessen, dabei nicht sofort einfiel, dass dieses Gift in jedem Bissen
Fleisch, in jedem Teller Fleischsuppe von jeher enthalten war, und l
Clêi; dass sie trotzdem so alt geworden sind; sie vergassen ganz, dass `
sie dieses Gift am eigenen Leibe an ihrem Fleische bestandig mit
,_T ‘t`V 2 sich herumtragen, sellost wenn sie Vegetarianer sind und weder
F leisch, noch Fleischsuppe essen. Diese Giftartikel gegen das
F leischextract enstanden dadurch, dass man daran ging, die durch
Erfahrung feststehende gute Wirkung der Fleischbrühe wissen-
schaftlich und experimentell zu begriinden. So hat z. B. Kem- ;
' imerich, gestützt auf die von den Physiologen schon früher beob-
achtete Wirkung der Kalisalze, darauf aufmerksam gemacht, dass +`
auch das im Fleischextracte enthaltene Kali Wichtige allgeineine *
Wirkungen veranlasse, dass es die Nerven und Muskeln erregbarer
maohe und eine Beschleunigung des I-lerzschlages hervorrufe; ja
zïj Kemmerich zeigte sogar, dass man Thiere durch sehr grosse ·
Gaben Fleischextract, wie sie verhältnissmässig ein Mensch frei- ,
willig nie nehmen würde, tödten könne. Dieser Schaden des
Fleischextractes ist aber nicht anders aufzufassen, als der eines ·
V jeden Uebermaasses, wie man sich auch mit Fleisch, Brod oder Bier
schaden kann. Es haben sich Menschen schon zu Tode gegessen ‘
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