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§ .
­ ~ Ueber Nahrung und Fleischextract. 59 gj
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betrachtet, und von der grossen Mission der Physiologie und der
M Hygiene in dieser Bichtnng ganz und gar durchdrnngen ist.
Auf diese1n Standpunkte stehend, fühle ich mich im Einklange gi
mit allen Eriahrungen über die gute Wirkung und den Nutzen des
Fleischextractes. Ich erblicke im Fleischextracte weder eine Nah-
f rung, noch ein Nahrungsmittel, welches Zufuhr an Eiweiss, Fett
{ oder Kohlehydraten ersparen könnte, ich halte sogar alle gegen-
theiligen Behauptungen für falsch und unbegründet, ja ich sehe
das Fleischextract nicht einmal für ein nenes Genussmittel an,
I womit die Wissenschaft die Speisevorrathe für Zusammensetzung
, einer gedeihlichen inenschlichen Kost bereichert hatte, welches erst
auf wissenschaftlichem_Boden entstanden und in die Praxis über-
ë gehen und erprobt werden sollte, nein! Fleischbrühe ist ein ural­ th
ä tes, langst und viel gebrauchtes Mittel, und seine guten Wirkungen
; aus tausendjahriger Erfahrung bekannt und erprobt. Was sich
mit dem Entstehen der ersten grossen Fleischextractfabrilç in Fray­
Bentos gegen früher geandert hat, ist bloss, dass eine von Baron
f v. Liebig empfohlene, ebenso vortrefiiiche, als einfache Methode
in Amerika in die Praxis übergegangcn ist, um die wahre und in
wirkliche Essenz der Fleischbrühe herzustellen, und zwar zu Prei-
sen, wie es ans Fleisch vom europaischen Markte nnmöglich ware. i
` Als Essenz für Fleischbrühe sind auch schon irüher die viel theure­
ren Bouillontafeln im Handel gewesen, aber diese sind bekanntlich
nicht Fleischextract, sondern wesentlich nur Leim, mit einigen ,
,. riechenden, schmeckenden und farbenden Substanzen, von denen
i die wenigsten vom Fleische stammen. Es wird nicht erst jetzt
Fleischbrühe genossen und probirt, sondern es wird jetzt nur mehr
g und bessere genossen als sonst, und dass das möglich geworden
ist, hat man nachst Baron v. Liebig am ineisten Herrn Giebert I
und Ihnen zu danken, und alle Drei dürfen mit Genugthuung und
. einigem Stolz darauf blicken, zur Verallgerneinerung eines so natur- W
gemassen und langst erprobten Genussmittels so wesentlich bei- ' ”
getragen zu haben.
Von diesem meinem Standpunkte ans wird Ihnen auch leicht .
erklarlich sein, warum mir die ganze Polemik gegen das amerika-
g nische Fleischextract vom Antang an absurd vorkam. Der eine
sagt: Das Fleischextract ist kein Nahrungsmittel, denn es enthalt
weder Albuminate, noch Fett, noch Kohlehydrate. Dass es diese
Nahrungsstoffe enthalte, ist auch von Niemand behauptet worden.
A Im Gegentheil, Baron v. Licbig’s erster Grundsatz bei Ausarbei­
tung der Methode zur Darstellung des Extractes war, es nicht nur
i er