HomeÜber den Werth der Gesundheit für eine StadtPagina 64

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,; 58 Ueber Nanrung und Fleiscliextract. ‘ ‘
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fi Geringsten als Nahrungsmittel gelten lassen, sondern nur als un- _
*~ï schadliclies Genussmittel auffassen, so wird sein Bestehen von nun
Qf an doch gesichert sein. Wie hoch der Mensch die Genussmittel
schätzt, zeigt die Bierconsumtion in unserer Zeit, die loestandig
zunimmt, ohschon alle Preise der Lebensmittel auf eine ungewöhn- _
liche Höhe steigen. Man braucht zu einem Maass (1 Liter) guten
Bieres wenigstens ein halbes Maass (1,/2 Liter) gute Gerste. Da 3
i l hatte man doch Grund zu sagen, es ware für die Ernàihrung der
Massen viel vortheilliafter, die Gerste in Mehl zu verwandeln und
rl, als Brot zu essen, als mit vielen Kosten ein Getràink daraus zu ’
brauen, was keine Nahrung mehr ist, kein Eiweiss und nur ein {
paar Procent andere Nahrungsstoffe noch enthalt, sondern wesent-
lich nur ein Genussmittel ist. Oder man könnte auch denken, es
lg ware klüger, die grossen Flachen Landes, welche mit Gerste und ä
Hopfen für die Bierfahrikation bebaut werden, nur mit Weizen
oder Roggen zu betellen, und dadurch den Menschen wieder wolil~
‘ feileres Brod zu schatten. Aber es ist merkwürdig, wie viel Eu-
J, ­ ropa trotzdem von seinem theuren Getreide als Bier sogar noch
nach anderen Welttheilen exportirt, und man dürfte predigen, so l
gg viel man wollte, die V erschwendung an solchen Genussmitteln
ii würde doch nie aufhören. Es wird in diesen Dingen wirklich viel
und oft ganz nutzlos verschwendet, aber sie ganz entbehren kann Y
man auch nicht. Die Mehrzahl der Menschen iindet immer zu
ihrein grossen Vortheil das rechte Maass durch Beobaclitung und
. Selb stheherrschung. ·-
Die Auswahl und Mischung der Nahrung ist wesentlich eine W
angeborene, instinctive Thatigkeit beim Menschen, wie bei den
Thieren, welche theils von der gegebenen Organisation der Ver-
fl!) dauungsapparate, theils von der Art und dem Maase der Thätigkeit
des Gesammtorganismus unbewusst geleitet wird. Diese instinctive
Thätigkeit hat auch den Menschen den richtigen Weg zu seiner i
Ernährung linden lassen, sie hat uns ohne alle Wissenschait zu
einem wahren Reichtlium und Mannichtaltigkeit von Nahrungs­ und
Genussmitteln gefiilirt, wogegen sich alle Zuschiisse von anderen
ff Seiten her vorlauiig noch recht armselig, ich niöchte sagen fasten­ h
mässig und hungerleidig ausnehmen. Wir haben daher diesem
Instincte, der sich durclischnittlicli am deutlichsten in den Emplin­
dungen des Geschmackes und im Gefiihl der Sättigung und des
; Wohlbehagens ausspricht, vorlàiufig noch eine entscheidende Stimme
- i einzuräumen. Dieser Ansiclit darf auch derjenige sein, welcher `
die Ernahrung vom rein wissenschaftlichen Standpunkte aus

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