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54 Ueber Nahrung und Fleischextract. _
L zu wollen, und ebenso voreilig wêire es, aus der Mangelhaftigkeit
.l dieses Wissens seinen Unwerth 1"olgern zu wollen.
Von ganz besonderer Wichtigkeit scheint mir der Gehalt an
den eigenthiiniliehen Salzen zu sein, welche nicht nur Genussmittel,
sondern auch Nahrsalze sind, gerade so wie das Koehsalz. J edes
Organ hat seine eigene Misehung von Salzen, die es beim Ver-
, brennen als Asche hinterlasst. Die Asehe des Blutes ist sehr ver-
yll schieden von der Asche des Muskels. Kein Organ am Körper hat
E eine so grosse Masse, als das Muskelorgan, bloss die Skeletinuskeln
allein inaehen beim Menschen schon nahezu die Halfte seines gan- #
E zen Körpergewiohtes aus. Das Fleischextraet enthalt nun die
ï - pf natiirliche liiischung aller löslichen Salze dieses grössten aller Organe.
Dagegen lässt sich nun zwar einwerfen, dass wir in einer
Ii Nahrung, welche die nöthige Menge von Eiweissstoffen enthalt,
a l gleichviel ob in der Form von Fleisch oder Brod oder Milcli, in
gig _ der Regel auch sclion die nöthige Menge von Aschenbestandtheilen
i ig oder Salz geniessen, die fiir den Aufbau der Organe und damit
i aueh des Muskelorgans unumganglich nothwendig ist, und es könnte ,
ferner eingcworfen werden, dass ein Ueberschuss an solchen Sal- J
zen, wenn er genossen wird, nach kurzer Zeit sehen wieder aus-
lx geschieden wird; - aber es ware nach ineiner Ansicht doch ein
nicht gerechtfertigter Schluss, aus diesen Thatsaehen die Nutz-
losigkeit eines gewissen, und wenn auch nur zeitweisen und gerin-
gen Ueberschusses folgern zu wollen. Man weiss ja nicht, welche
Störungcn so wohl bei der Assimilation, als auch bei den Functio-
nen der Organe vorkommen, ob nicht durch gewisse Störungen, =
durch Nebenp ·ocesse der eine oder andere Bestandtheil hier und
da seinen Zwevlqen entzogen, so zu sagen mit Beschlag belegt ist,
wo dann ein gewisser Vorrath oder Uebersehuss helfend und aus-
gleiehend eintreten kann. Die Erfahrung entspricht vielfach einer «
solchen Annahme.
Es ist noch nicht lange her, dass in der Physiologie viel von
iii der Luxusconsumtion die Rede war. Manche Physiologen glaub-
ten, es ware Luxus, dem Körper mehr an Nahrungsstoffen zuzu-
5,. fiihren, als der liungernde, aber noch iunctionsfahige Organismus
zersetzt und ausscheidet; jedoeh die Eriialirungsversuehe von
I" `? Bisohoff und·Voit haben schlagend nachgewiesen, dass mit einer
p solchen Zufuhr eben immer nur ein Nothstand, ein fortgesetzter
Hungerzustand erzielt werden kann, der den Anforderungen eines
E normalen Lebens auf die Dauer nicht zu genügen vermag. Zu
einem gesunden und kräftigen Leben gehört ein gewisser Wehl-
§ ,
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