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gg, 52 Ueber Nahrung und Fleischextract.
mittel schon durch ihren blossen Geschmack von der Mundhöhle
aus den Magen auf irgend eine Art zur Verdauung vorbereiten.
i ii Der Mensch opfert daher gewiss nicht ohne Zweck und Nutzen
Q solchen Reizen so grosse Summen Geldes, wie er es z. B. beim
Zucker thut, dessen Geschmack wir so ausserordentlich lieben,
dass wir nach ihm gern Alles bezeichnen, was uns überhaupt ange-
nehm ist. Der Zucker ist ein Kohlehydrat und damit auch ein
ti Mittel zum Ersatz des Fettverbrauches im Körper, aber wir zuckern
manche unserer Speisen gewiss nicht, weil der Zucker ein Nah-
`?, rungsstoiï ist, wie Stärkemehl und Dextrin, vor denen er im ­,
Nährwerthe nicht das Geringste voraus hat, sondern wegen seines
Th · Geschmackes, wegen seiner Wirkung auf die Nerven. Moses schon
[ tröstete sein Volk in der Wüste nicht ohne Erfolg mit der Ver-
heissung, dass er es in ein Land führen werde, das von Milch
und Honig fiiesst.
Ich habe bereits erwähnt, dass die Wirkung der Genussmittel
durchaus nicht auf die Geschinacksnerven in der Mundhöhle be-
v schränkt ist, sondern sich nachweisbar noch viel weiter erstreckt,
wenn wir auch in der Regel nicht im Geringsten eine directe
Wahrnehmung davon durch besondere Empiindungen haben. Es
wird bekanntlich nicht bestandig im Magen Magensaft abgeson­
dert, sondern meist nur dann, wenn etwas in den Magen gelangt.
Schon durch blossen mechanischen Reiz der Schleimhaut, z. B.
mit einem Federbart oder durch einen Glasstab, quillt Sait her-
glg vor und füllen sich die Gefasse der Schleimhaut mit Blut. Ganz _
ähnlich, nur viel behaglicher, wirken auch andere Reize: ein
J Tropfen verdünnter Weingeist­ oder Kochsalzlösung, auf die Magen-
schleimhaut eines lebenden Thieres gebracht, machen einen Aus-
tritt von Saft aus den Drüsen.
Dasselbe bewirkt auch schon die blosse Vorstellung von etwas .
Leckerem, wobei nicht nur dem Menschen, wie man sagt, das
l’. Wasser im Munde zusammenlauft, sondern man kann auch an
Hunden mit künstlich angelegten Mageniisteln beobachten und
zeigen, wie plötzlich Magensaft hervorquillt, sobald man dem
nüchternen Thiere ein Stück Fleisch vorhält, ohne es ihm zu
geben. Voit erklärt auf diese Art den Nutzen der Einleitung
. einer reichlichen Mahlzeit durch etwas Caviar oder Sherry. Als
das einfachste und erfahrungsgemäss beste Mittel zu
K , diesem Zweck erklart auch Voit eine kräftige warme
ïè Fleischbrühe.
bi;. Der Mensch hängt sc sehr an Genussmitteln der verschieden­
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