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50 Ueber Nahrung und Fleischextract.
. Körper die unerlassliche Rücksicht nelnnen. V oit"‘) unterscheidet
zwischen Nahrung, Nahrungsinittel, Nahrungsstoff und Genussmittel.
` Nahrungsstoi‘l'heisst jede chemische Verbindung, Welche irgend
H, » einen der wesentlichen stofiiichen Bestandtheile unseres Körpers
A (Eiweiss, Fett, Salze etc.) zu ersetzen vermag. Reines Eiweiss,
reines Fibrin, Fett, reine Stärke, Zucker, Kochsalz, phosphorsaures
; Kali, phesphorsaurer Kalk u. s. w. sind Nahrungssteite. Wasser
dï ist ein Nahrungstoff.
lj Ein Nahrungsmittel ist ein natiirliches Gemenge aus mehreren
Nahrungssteffen. So ist z. B. Brod ein aus Eiweisskörpern, Stärke, i
A Salzen und Wasser bestehendes Nahrungsmittel, aber noeh keine
A , Nahrung für uns. Von Bred allein kann der Mensch nicht leben
Mileh ist auch ein Gemenge von mehreren Nahrungsstoffen,
für Neugeborene sogar eine Nahrung, aber für Erwachsene nur
mehr ein Nahrungsinittel und nebenbei Wehl auch ein Genussinittel.
,. Genussinittel sind Stoffe, welche nicht nothwendig Material
zum Aufbau unseres Körpers abgeben, aber doch sowohl für die
L; Precesse der Ernahrung, als auch für andere organische Functio-
nen wesentliehe Dienste leisten.
{ Nahrung endlich ist immer erst die Suinme aller Nahrungs-
stoffe in den Nahrungsmitteln, samint Genussinitteln, welche alle
zusaminen nothwendig sind, um einen Körper auf einem gewissen
normalen Stande zu erhalten, · · .
Das Fleischextract enthalt weder Eiweiss, nech Lenn, noch
;;’§( Fett, noeh Fettbildner, es gehört, abgesehen von seinem hohen Ge- _,
halt an Nährsalzen, verwaltend zu den Genussinitteln, ist daher T
fi nl auch keine Nahrung, aber ein Genussmittel der hervorragendsten L
Art, und ich will etwas näher darauf eingehen, was ein Genuss- 1
mittel, als nothwendiger Bestandtheil der menschlichen Kost, zu P,
bedeuten hat. Voit sagt hieriiber: ,,Fiir die Ernahrung (d, h. iiir
den stofiiichen Ersatz der verbrauchten Körpersubstanz) wiirde ein
lg Gemenge aus reinem Eiweiss, Fett, Starke, Salzen und Wasser ge- ‘
r nügen, und doch wiirden wir uns damit nicht hefriedigt erklaren;
l) wir sagen, es ist gesehmacklos, und verweigern es zu essen. Allen un-
X; seren ïjpeisen, auch denen aus dem Pfianzenreiche, sind schmeckende I
Substanzen, welche keine Nahrungsstcffe sind, in Menge beigeinischt,
so dass kein Mensch sich den Genussmitteln dieser Art zu ent- ,
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& *) Ueber den Unterschied zwischen der animalischen und vegetahilisehen
Nahrung. Sitznngsbericht der lïbnwrl. Akedeniie der Wissensehaften in Mün-
chen. Jahrgang 1869. Bd. II. S. ole.
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