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Ueber Nahrung u11d Fleischextract. 49 lg
EG werde11 sie i111 Kreislaufe zuriickgehalten, u11d 11ur ein sehr geringer E
IS Bruchtheil derselbe11 wird da11n 110ch unvermeidlich ausgeschieden. il
l" l Unser Körper kann daher 1nit verhaltnissinassig sehr geringen
lg Mengen l1aushalte11. `
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l In1 gewöhnlichen Leben versteht man unter Nahrungsinitteln 1;
3_ vorzugsweise 11ur jene Stoiïe, welche wir geniessen, um de11 Eiweiss­ _
,_ und Fettverlust UIISGYGS Körpers zu decken. Ein gewisser Eiweiss-
1, gehalt i11 der Nahrung ist unter alle11 Umstanden unentbehrlich, ;
g 1 eine unerlassliche Hauptsache, ja es lasst sich von allen organi- 1 l
H sche11 Stoffen allein mit Eiweiss mit Zuhilfenahme von anorganis che11 f
<< Salzen `l111Cl Wasser ein thierischer Organismus erhalten, nicht so i
,_ n1it Fett und anderen organischen Nahrungsstoffen. Die Zufuhr , 1
H 1 von Fett ist unter Umständen e11tbehrlich. Das Fett ist zwar auch ï l
S i ein constanter, integrirender Bestandtheil unseres Körpers, auch
€ l der Magerste hat eine gewisse Menge davon, aber es ist i11 der Nah- ,
, rung doch nicht absolut nothwendig, weil aus dem Eiweiss Fett sich l
4,; bilden kann, was umgekehrt nicht der Fall ist. Auf die Fettbildung
- i im Organismus haben ausserdem verschiedene Umstande und ver- 1
O schiedene Stoffe in der Nahrung einen wesentlichen Einfluss. Nach 5
P 1 dem Vorgange Baron v. Liebig’s heisst man eine ganze Classe l
F von Stoffen, welche i11 der Nahrung von Menschen und Thieren ·
F neben Eiweiss oft in grosser Mengei genossen werden, geradezu ’
E Fettbild11er. Es sind das die Stoffe, wie Stärkemehl, Dextrin u11d ,
3 E Zucker, welche von den Chemikern unter dem Ausdruck Kohle-
- i hy drate zusammengefasst werden. Es ist 11och ei11e wissenschaft- · f
1 liche Streitirage oder Controverse, ob die Bildung und Anhaufung l
- von Fett im Körper ausschliesslich aus Eiweiss und dem in der ,
; Nahrung schon fertig vorhandenen Fett erfolgt, ob also die soge- j
1 nannten fettbildenden Stoüe 11ur fettersparend wirken, oder ob sie V
- sich unter Umständen theilweise selbst in Fett verwandeln: im
1 praktischen Erfolge wird dadurch wenig geändert, ihre Rolle bleibt
, l gleich wichtig, sie mag in der einen oder andern Weise sich
, f abspielen.
’ Ich stehe in den Fragen der Ernährung auf dem Standpunkte,
1 welchen Baro11 v. Liebig zuerst geschaffen, und der sich von il1m
aus in consequenter Weise weiter entwickelt hat. In neuester
Zeit hat wol1l Voit die griindlichsten, umfassendsten und weittra-
gendsten Untersuchungen an Thieren und Me11sche11 angestellt,
welcl1e nicht bloss auf die chemische Zusamrnensetzung der Nah- ,
rungsmittel, sondern auch auf il1re Ausniitzuiignnd Zersetzung im
v. Pettenlcofer, Vorlesuxigcn. 4
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