HomeÜber den Werth der Gesundheit für eine StadtPagina 49

JPEG (Deze pagina), 875.62 KB

TIFF (Deze pagina), 6.59 MB

PDF (Volledig document), 55.33 MB

ill
Zweite Vorlesung. 43 ,
ei noch der,Fall ist, und das ist nur möglich durch eine genaue A
n Zahlung der Personen und eine Ausmessnng ihrer Wohnränme. Z
t Auf diese Art müssen wir allmalig nach und nach alle Zn- Q
t stände, welche auf die Gesnndheit einen wesentlichen Einflnss i‘
­ haben, genau untersnchen, klar und fest stellen; erst wenn wir
1 genan wissen, was wir haben, können wir sagen, was uns abgeht _
1 und was anders werden sell, und es ist viel wirksanier, wenn wir l ,
1 uns - als Bevölkerung der Stadt - selber nm unsere hygienischen N
/ Znstande kümmern, als wenn wir irgend einen berühniten Sach- °
1 verstandigen anfstellen oder von answarts berufen, und diesen nach ;
r , seinem Ermessen schalten lassen. 5
1 i Die Sanitats-Conimissionen werden nichts wirken können, wenn
- ihnen die Bevölkerung nicht mit Vertrauen und unterstützend ent- ii
t gegenkommt: nnd in dieser Beziehnng, fürchte ich, wird sich
, Anfangs manche Schwierigkeit erheben, durch die man sich aber
­ i nicht darf abschrecken lassen. Wir haben ein Beispiel an Eng~ i l
r land, welches Land man so gern als das freieste der Erde hinstellt.
l ._ Wenn eine englische Ortschaft, sei es Stadt oder Dorf, sobald sie ';
l nur 300 Steuerzahler einschliesst, in den vorausgegangenen letzten ,
­ 7 J ahren eine durchschnittlich höhere Sterblichkeit als 23 pro
l mille gehabt hat, und nur der zehnte Theil der Steuerzahler sich
- über schlechten Gesnndheitszustand beschwert, so ninss sich jeder il
> solcher Ort bei Strafe eine strenge Untersnchung auf Alles, was
> mit Gesnndheit zusammenhangt, gefallen lassen, und je nach Be-
' ‘l fund müssen gewisse Einrichtnngen von den Geineinden ins Werk
‘ gesetzt werden. lm freien England regiert also, was Gesnnd­
‘ heit anlangt, nicht die Majorität, scndern eine kleine, intelligente
i . Mincritat.
á Ansserdem wird vielleicht in München, wo sich doch bereits
A schon vielfach ein Interesse für Gegenstande der ölfentlichen Ge- i
sundheitspflege regt, auch noch ncthwendig werden, den verschie­ g
denen Bestrebungen im Pnblicnm theils nach Belehrnng, theils il
_ nach Thatigkeit und Mithilfe in verschiedenen Richtungen, sowie
anch den künftigen Sanitats­Commissionen mit ihren Anfgaben eine ll
gemeinsame Stätte der Berührnng, der Anregnng und des Ans~ `
5 tansches in einem freiwilligen Yereine für öffentliche Gesnndheits~ `
gr pfiege zn schaffen, - doch überlässt man das am besten der Zeit i
i und der Lebhaftigkeit des Bedürfnisses, je nachdem es sich im ,
Pnblicnm anssprechen wird. g
Was jetzt vor Allem Noth thnt, ist, dass wir Alle ven dem il
hohen idealen und realen Werth der Gesnndheit Aller überzeugt,
?
i l
·l
l