HomeÜber den Werth der Gesundheit für eine StadtPagina 47

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Zweite Vorlesung. 41 Ii
E es hier aussprechen, dass ich nicht nur die lloffnung, sondern
bereits die Ueberzeugung habe, dass in kürzester Zeit an die i
Q; Arbeit gegangen wird, und zwar ernstlich. Herr Bürgermeister 4
G _ Dr. Erhardt, von der Wichtigkeit der Aufgabe und von der
·- D Nothwendigkeit il1rerLösnng schon seit seineni Aintsantritte durch-
6 . i drungen, hat bereits die Initiative ergriffen und inehrere v0rbe­ i
- reitende Schritte gethan. Er hat zunaclist, uni an die Vergangen­ T
g heit und Gegenwart mit klareni Bewnsstsein anknüpfen zu können,
B zusaninienstellen lassen, was von Verordnungen und Gesetzen, die
- 1 ini Laufe der Zeit erschienen sind und sich auf Gegenstünde der .
1 öüentlichen Gesundheit beziehen, gegenwèirtig giltig und rechts- ”
b kraftig in München ist. Diese Zusainmenstellung, von Herrn
. Rechtspraktikanten v. Amira geinaeht, ist unter dem Titel ,,Gesund-
’ heitspolizeirecht der Stadt lVIünchen" als Beilage zur Geineinde-
. zeitung erschienen. Diese Vorarbeit war eine unerlässliche, denn
. die Verordnungen inögen genügend oder ungenügend sein, ­­-
; Jeder, der für die angeineine Gesundheit tlièitig sein will, niuss `
· { sie kennen und wissen, für welche Zwecke man bereits eine gesetz-
· liche Handhabe hat, für welche nicht. Das Gleiche ist nothwendig,
. wenn man neue und bessere Bestininiungen für einzclne Theile des »~
Gesundheitswesens hervorrufen will. .
,' Ebenso hat Herr Bürgernieister Dr. Erhardt bereits einige E
Verversuche für die Einrichtung von Volksküchen durch Herrn
i Professor Dr. C. Voit veranlasst, um Gesichtspunkte dafür zu
2 gewinnen, wie man etwa dein Unbeinittelten nicht als Alinosen,
sondern gegen Bezahlung der Selbstkosten so viel von einer gesun- Qä
i den Kost urn den geringsten Preis geben kann, dass dainit die
I Ausgaben eines functiensfähigen Körpers wirklich bestritten wer-
den können. Vïas nian bisher in Vclksküchen und Suppenanstal-
if ten verabreichte, war allerdings in der Regel sehr billig, ineistens J
ganz und gar ein Ahnosen, was aber iin Vergleich init den uner­ ¤
lasslichen Körperausgaben, die daniit bestritten werden sellten,
oft nicht mehr war, als wenn nian einem Bettler einen Krcuzer `,
' schenkt und meint, jetzt hatte er ja Geld, um davon leben zu
können. Diese Vorversuche haben schon gezeigt, wie wichtig und
zugleich wie schwierig die Lösung dieser Aufgabe ist. i
Ferner bin ich ermachtigt, hier zu erklüren, dass der Ma-
gistrat der Stadt München ernstlich beabsichtigt, Gcsundheits­ 1
oder Sanitäts~Conimissionen in der ganzen Stadt zerstreut einzu­
richten, welche wesentlich aus der Bürgeiw und Einwohnerschaft *
Münchens heraus aus Aerzten und Laien gebildet werden sollen.
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