HomeÜber den Werth der Gesundheit für eine StadtPagina 40

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; t 34 Zweite Verlesung.
§.i Einstweilen stehen selchen Ernährungsversuchen an Menschen
noch zahlreiche Verurtheile entgegen, aber sie werden durch die
gi Resultate, welche auf diesem Wege für die Ernährung der Haus-
ii thiere des Menschen gewonnen werden, in Balde se weit abneh­
QT ” men, dass die Wissenschaft auch für die Anwendung an Menschen
l A ’ ihren Platz gewinnt. Die landwirthsehaftlichen Institute veraus-
gaben im wehlverstandenen Interesse der Landwirthschaft jetzt
sehen jährlich viele Tausende ven Gulden und Thalern, und die
meisten haben bless für Ernahrungs­ und Fütterungsversuche an
" Thieren allein über grössere Mittel zu verfügen, als die medicini­
sehen Faeultaten für die gesammte Physielegie des Menschen.
I Sellte die Ernahrung der Bewohner einer Stadt weniger wissen-
. sehaftliches Interesse bieten, oder praktisch gleichgültiger sein, als
die Ernahrung eines Stalles vell Schaafe, oder Ochsen oder Schweine?
i' Wenn die Stadt München im Interesse der zweckinassigsten Er-
g ui nahrung ihrer 170,000 Einwohner einige Tausend Gulden für Erfer-
sehung der besten Verhältnisse verausgaben würde, sellte dies
gij schwerer zu rechtfertigen sein, als das Fütterungsbudget einer
lit; A landwirthschaftlichen Versuchsstation?
äï ` Zur Nahrung gehören nicht bless die Speisen, sendern auch
die Getränke, und auch bei letzteren ist nicht bless ihre Qualität,
sendern auch ihre Quantitat in Betracht zu ziehen. Schen ein
blosses Uebermaass eines senst unschuldigen Getränkes schafft
dem Organismus z. B. eine ganz nutzlese Arbeit, nur um dasselbe
durch vermehrte Thatigkeit des Herzens und der Nieren wieder
fertzuschaffen. ·
i’ Wenn ven uns jetzt im Augenblieke die Frage beantwertet
werden müsste, wie weit an der grösseren Sterbliehkeit ven Mün-
5.;, chen etwa die Ernahrungsverhältnisse betheiligt sind, se würden
wir in derselben Verlegenheit sein, wie mancher Student, der im
Examen eine sehr schwierige Frage gezogen hat. Der ist noch
besser daran, der kann doch gleich nachlesen, wenn er nach Hause
rik lcemmt, und weiss dann in der Regel für sein Leben lang, was er
ï{;,’ hätte sagen sellen, aber die Antwert auf unsere Frage kann ver-
läufig auch der Professor selbst nur unvellständig geben, das Buch
zum Nachschlagen muss erst noch mit gresser Mühe, Zeitaufwand
, und Kosten fertig geschrieben werden. Verläufig wissen wir eine
tl bestimmte Zahl nur für die mittlere Sterblichkeit der Einwehner
i § ven München, aber noch keine für ihre durchschnittliche Ernahrung.
ä Es wird daher nothwendig sein, an die Arbeit zu gehen, und .
es wird mit jedem Tage nethwendiger werden, da alle Preise der
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