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Zweite Vorlesung. 33
mS_ wissenschaftliche Botanik übertragen und fortgepflanzt hat, so ging g
dem es auch mit seinen ldeen über die Ernahrung der thierischen Orga- *
pm nismen und ihrer Beachtung von Seite der Wissenschaft der Phy- ,
hem siologie. Auch da haben. die Landwirthe als praktische Thier-
Hk_ züchter früher in dieser Itichtung zu experimentiren augeiangen
was als die Physiologen. Erst Professor Dr. Carl Voit, auch ein
Ehh Schüler der Lehren Liebig’s, hat vom physiologischen Stand-
,61% punkte aus die verschiedenen Fragen der Ernahrung der Thiere
Ow und Menschen zum Gegenstande umfassender Untersuchungen i
md gemacht und sie allmalig in ein klares einfaches System gebracht, i
an dessen Ausbau er und seine Schüler nun unverdrossen und E
[GH, erfolgreich arbeiten, um es namentlich auch für den Menschen i,
[GH, nutzbar zu machen. Eslist eine merkwürdige Thatsache, dass
Jeu heutzutage fast Jeder gebildete Oekonom genau weiss, wie viel er
hm einem Schweine oder Hammel, einer Kuh oder einem Ochsen an
mn Eiweissstoffen und anderen verdaulichen Nahrungsstoifen im Futter r
mg geben muss, je nachdem er einen gewissen Körperzustand der
md Thiere erzieleu will, wie er also Erhaltungsfutter, Mast-, Milch­ _;
Gn, oder Arbeitsfutter zusammensetzen muss, dass aber auf die Men- M
Its sehen verhaltnissmassig noch so wenige Strahlen von der neuauf­ ,
[bg, gehenden Sonne der Ernahrungswissenschaft gefallen sind. Viele J
mg werden allerdmgs sagen: ,,D1ese Strahlen braucht man nicht, um gi
gut zu leben, das hat 1nan bisher auch ohne sie gefunden? Es ist ,«
3111, auch wirklich wahr, dass die Pflanzen und die Thiere und der 2
mh Mensch entstanden sind, sich entwickelt und gut bestanden haben, 'Q
161. ehe man nur daran denken konnte, wissenschaftliche Grundsatze Q
für ihre Ernahrung aufzustellen. Man muss offen gestehen, wenn
dt? wir überhaupt nur von dem leben könnten, was wir wissenschaitlieh i
uü genau wissen, dass wir langst Alle, wie wir da sind, zu Grunde
BI, gegangen waren. Wissenschaft ist keine Vorbedingung der Exi­ ë
kG_ stenz und des Lebens, sondern umgekehrt: die Wissenschaft ist l
,,,6 selbst nur eine sehr allmalig und spat reifende Frucht des Gultur­ j
8,, lebens, - aber man darf nicht vergessen, dass das Leben von
zu dieser seiner Frucht doch selbst wieder stets neu befruchtet wird. U
m_ Seit die Ernahrungsfrage, den machtigen Impulsen der Wissen-
lht schaft folgeud, auch in dieser Richtung bearbeitet wird, baut man gij
ut; schon mehr Getreide aui em und derselben Flache Feld, und pro-
Hg ducirt man mehr Fleisch bei den Thieren mit geringeren Mittoln
_€_ als sonst. Und so wird auch auf die Ernahrung der Menschen Q
,611 sich immer mehr und mehr der Einfluss der Wissenschaft geltend
lia machen, und gewiss auch da nur mit Nutzen und Erfolg.
v. Pettenkofer. Vorlesmigen. 3
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