HomeÜber den Werth der Gesundheit für eine StadtPagina 37

JPEG (Deze pagina), 888.75 KB

TIFF (Deze pagina), 6.53 MB

PDF (Volledig document), 55.33 MB

T Zweite Vorlesung. 31 i
Todesfallen in gleichein Maasse auch die Krankheitsfalle verringern, ,
und dass wir also entsprecheud 510 Todesfallen auch weniger ·¢
. Krankheitsfalle haben werden. Die langjahrigen Erfahrungen in A
­ den hiesigen Krankenhansern und in anderen öifentlichen An-
T stalten geben das Yerhaltniss zwischen Todes- und Kranl<heits­
x fallen so an, dass man hier auf 1 Todesfall immer wenigstens
34 Krankheitsfalle rechnen niuss, und da entspricht dem Minus
von 510 Todesfallen im Jahre ein Minns von 17 340 Krankheits­ .
l fallen. Wir branchen nnn nur noch einen Maassstab für die durch- `
` schnittliche Dauer aller einzelnen Krankheitsfalle. Im Kranken-
1, haus wird nach Wibnier ein Krankheitsfall bis zum Ausgang in ll
T Genesung oder '1`od dnrchschnittlich 1%+5 Tage verpflegt; da aber
die Lente, welche ins Krankenhaus gehen, in der Regel schon ein
T paar Tage vorher krank sind und auch bei ihrer Entlassung in der 1
1 ltegel noch ein paar Tage arbeitsunfaliig sind, so nahert 1nan sich
_ gewiss nur der Wirklichkeit, wenn man die durchschnittliche
Q Dauer einer Krankheit in der Stadt auf 20 Tage festsetzt. Nach
Q einer Mittheilung, die ich Herrn Director Dr. Lindwurin ver-
ë danke, darf man selbst im allgemeinen Krankenhause hentzntage T
T dnrchschnittlich 20 Tage Verpilegszeit für einen Kranken rechnen. ,
T Bei dieser Annahme reprasentirt die Verinindernng der jahrlichen _
R Krankenzahl nm 17 340 eine Zahl von 346 SOOVerpflegstagen und,
der V erpüegstag mit all seinen Verlusten dnrchschnittlich nur zn y
i 1 Gulden gerechnet, ebenso viele Gulden. ï
Diese 346800 Gulden sind reine jahrliche Ersparniss, oder
Zinsen von einem Capital; wir dürfen uns daher fragen, welcher [
(lapitalsumme diese Vermindernng an Todesfallen entspricht?
oder wie viel Capital die Stadt München auf gute Canalisirung T
und reichlichere Wasserversorgung noch verwenden darf, wenn p
dadnrch eine Verinindernng der Sterblichkeit nnr von 33 auf 30 T
1 pro mille erzielt wird, dainit sich die Capitalsanlage noch wirth- T
schaftlich rechtfertigen lasst und die üblichen Interessen abwirft.
T Die Stadt München bekonnnt zwar Capital zu 41/2, vielleicht sogar
zn 4 Pr0c,, aber wir wollen 5 Proc. rechnen. 346 800 Gulden zu 5 Prov. V
capitalisirt gibt 6936000 Gulden. Also etwa 7 Millionen Gulden
T dürfte die (Janalisirnng und Wasserversorgung vcin gegenwartigen _;
· München noch kosten, und das daranf verwendete Capital würde
sich immer noch gut verzinsen. Mit Recht sind daher die Vater F
{ der Stadt derartigen Ausgaben nicht mehr so abhold, wie irüher. 1
wo es schon sehr viel Mühe und Jahre langes Drangen bedurfte.
E nm für solche Zweclïe nur einige Hnnderttausende heranszubringen. tl
Y E
i "
l r i