HomeÜber den Werth der Gesundheit für eine StadtPagina 36

JPEG (Deze pagina), 877.01 KB

TIFF (Deze pagina), 6.53 MB

PDF (Volledig document), 55.33 MB

wat A `
lg 30 Zvveite Vorlesung.
ik hauptsüchlich zu verstehen ist. Diese 24 englischen Städte hatten
‘ vor Einführung der Sanitatswerke im Durchschnitt 24·7 und dar-
.1 nach 210 pro mille Sterblichkeit, was also eine Minderung von 2*8
Yi “ pro mille - in runder Zahl 3 pro mille - erkennen lasst, also <
ii last genau so viel, wie bei London. Das übrige England verhalt __
,` 1 sich also nicht anders wie London, auch vor Einführung der
i , Sanitar_y Works war in London und im übrigen England die Sterb­
*l lichkeit schon viel geringer als bei uns, und wir haben keinen
i Grund anzunehmen, dass die Verminderung der Sterblichkeit bei
· uns durch dieselben Maassnahmen grösser ausiallen müsste, als in .
London oder sonst in England. Canalisirung und Trinkwasser
. sind daher nur zum geringsten Theil die Ursache. warum das mitt-
lere Lebensalter in London höher als in München ist, das muss I
noch andere Ursachen haben. z
gif Ich sollte jetzt auf andere hygienische Einflüsse übergehen,
aber ich verweile absichtlich noch bei dem Werthe von Canali­ Q
wig sirung und Wasserversorgung, denn ich iürchte, ich habe Vielc §
entniuthigt, auch noch ferner für die (lanalisirung und grössere ä
Wasserzufulw zu schwärmen. Das würde mir leid thun, denn auch 2
München hat in diesen Richtungen noch viel zu leisten -- aber
ich durfte Ilmen die Wahrheit nicht verschweigen. Denijenigen.
der nur nach Walirheit strebt, ist sie ja nie schadlich, wenn sic
Q2 ihm auch manche schöne Illusion zerstört. Wenn wir zunächst
auch nur eine Verminderung der Sterblichkeit um 3 Tausendstel l
rg; von der Zahl der Lebenden erwarten dürfen, so wollen wir uns
[Qi doch klar machen, welchen Werth dieser kleine Betrag für eine
gil Stadt wie München haben würde, vielleicht finden wir darin wieder Q
Q einigen Trost.
Wendcn wir uns zurück zu der Art und Weise der Berech­ F
nung des Schadens, welchen die Krankheit verursacht, wie wir sie
sê in der vorhergehenden Vorlesung naher ausgeführt haben. Wir ;;
[ill haben da für 1 Tag Krankheit durchsclmittlich 1 fl. Kosten und Ver­ li
lust gerechnet, was als ein weit unter dem Mittel liegendes Minimum
angcsehen wurde. Wenn nun die Mortalität oder Sterblichkeit von
München von auch nur auf 30 pro mille herunter ginge, was
i ware das nur in einer minimalen Geldsumme ausgedrückt werth?
Wenn gegenwartig von 1000 Lebenden jährlich sterben, so
L ` sterben iin Ganzen bei 170 000 Einwohnern 5610; wenn künitig von ;
ä 1000 Lebenden nur mehr 30 sterben, dann sterben im Ganzen ‘
. g jährlich 5100 oder 510 Menschen in München weniger. Wir dürfen
nach allen bisherigen Erfahrungen annehmen, dass sich mit den
ET
L: °