HomeÜber den Werth der Gesundheit für eine StadtPagina 35

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Zweite Vorlesung. 29
dem Herausgeber der Times zum allgemeinen Besten brietlich i
mitzutheilen. i
Damals war aber die Themse nicht bloss die Cloaca maxima
der Stadt, deren Unrath von der eintretenden Fluth regelmassig I
im Tage zweimal auf und ab gerollt wurde und alle Luit ver-
` pestete, sondern der Inhalt dieser Cloaca maxima war damals
auch noch die Hauptquelle für die Trinkwasserversorgung eines
grossen Theiles von London, welchem diese Flüssigkeit mehr oder .
weniger iiltrirt von den Wassercompagnien zugeführt wurde. Die-
· ser schauerliche Zustand war Ursache, dass sich die Vater der I
Stadt bewogen fanden, von 1860 bis jetzt viele Millionen Pfund
Sterling auszugeben, um die Canalisirung Londons so umzu­ 4 J
gestalten, dass kein Canal oder Sewer mehr innerhalb des Stadt- Q
bezirkes in die Themse ausmünden durite, sondern ihr Inhalt in 1
zwei geschlossenen Canalen an beiden Ufern bis über Woolwich [
hinabgeiührt wird. Dieser Zustand war Ursache, dass eine Parla- 1
mentsacte durchgesetzt wurde, uni alle Wasserwerke, welche r
. , filtrirtes Themsewasser lieferten, zu zwingen, ihre Filtriranstalten
und sonstigen Werke themseaufwärts bis an eine Stelle zu ver- i
legen, wo nicht nur der Fluss noch frei von allen Abilüssen aus i
London ist, sondern wo auch Ebbe und Fluth sich nicht mehr
bemerkbar inachen, welche Stelle erst in der N alie von Richmond fl
liegt. Diese grossen und kostspieligen Werke sind nun fertig, und
l/Iancher möchte erwarten, dass jetzt in London eigentlich gar Y
·· 2- Niemand mehr sterben sollte, aber die Sterblichkeit ist doch bloss V
von 25 auf 22 pro mille zurüclcgegangen, und da weiss man nicht il
recht, wie hoch man die Umstande rechnen soll, dass die Verbrei- g
tung der Cholera in Europa und namentlich in England seit 1860 i
eine sehr geringiügige gewesen ist, und dass auch sonst noch ,
, Manches zur Besserung des Gesundheitszustandes beigetragen r
haben kann. i
Ganz ähnlich ist das Itesultat, welches sich aus einer Unter- 1
suchung von John Simon über die Wirksamlïeit guter Canali­
sirung und Wasserversorgung in anderen englischen Stadten ergibt.
Dieser hervorragende Arzt und Hygieniker, welcher in England, L
nach allen Seiten um sich blickend, mit ebenso ruhiger als sicherer jj
Hand das Steuer der öüentlichen Gesundheit führt, hat in 24 eng-
lischen Stadten, deren Einwohnerzahl von 160 000 bis 4000 schwankt,
und im Mittel 18000 beträgt, feststellen lassen, wie gross die I
Sterblichkeit vor und nach Einführung der Sanitatswerke war, ,
worunter gute Canalisirung, Watercloset und Wasserversorgung
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