HomeÜber den Werth der Gesundheit für eine StadtPagina 33

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Zweite Vorlesung. 27
werden immer Apotheken nothwendig sein, weil dem Publicum ,
fast bei allen derartigen Artikeln die Möglichkeit abgeht, deren <
Aechtheit auf eine andere Art zu prüfen. als durch Anwendung ,
und Erprobung der Wirkung an sich selbst. Wenn wir die deut- l
sehen und speciell die Münchener Apotheken mit den englischen
` auch noch so streng vergleichen, sc fällt auch hier der Vergleich
gewiss nicht zu unserm Nachtheil aus.
Auch die Zahl und Einrichtung von Krankenanstalten ist bei 4
uns eine verhaltnissmässig hinreichende und gute, und deren «
Benutzung auch dem Aermsten leicht zugänglich, die ärztliche
Behandlung und die leibliche Verpflegung in denselben eine ge-
schickte, liebevolle und ausreichende. Dass dafür München keine A l
Opfer scheut, hat namentlich auch der letzte Krieg bewiesen;
dieser hat erhebende Beweise gegeben nicht nur von dem Geschick p
und der Aufopferungsfahigkeit unserer Aerzte, sondern auch von
der Opferwilligkeit des Königs und königliohen Behörden, der Ge- ‘
meinde und der Privaten. es mochte sich um Errichtung und Ein- l
richtung von Spitalern im In- und Auslande, um die Ausrüstung
- . grosser Spitalzüge, oder um hingehende und uneigennützige A
Krankenpfiege handeln, wo namentlich besorgte und geübte Frauon- p
hände weltlicher und klösterlicher Vereine Grosses geleistet haben.
Es ist gewiss keine Ueberhebung, wenn wir sagen, dass in diesen
Beziehungen in München Vortreiïliches, jedenfalls nicht weniger
geleistet wird, als in irgend einer Stadt irgend eines Landes. Es iï
lasst sich zwar Alles in der Welt immer noch verbessern und ver-
mehren, 'und wir dürfen auch in diesen Richtungen nicht still- ;[
stehen und uns dem Fortschritt nicht entziehen, aber ich zweifie
nur, dass es bei uns an den genannten Dingen fehlt, dass Mängel i
an Aerzten, Apotheken, Krankenanstalten und Krankenpflege der p
Grund sind, dass bei uns pro mille und in den englischen .
e Städten durchschnittlich nur 22 sterben. Diese Ursache oder Vr- A
” sachen müssen wir in anderen Richtungen suchen. A.
Im Augenblicke ist es fast Mode geworden, den Gesundheits-
zustand einer Stadt sich wesentlich nur von einer guten (`anali- _
sirung, von reichliclier Wasserversorgung und guten Abtrittan­
lagen, wesentlich von Einfülirung der Waterclosets abhangig zu 1,
denken. Auch ich schätze diese Dinge gewiss sehr hoch, dass 1nan
sie nicht leicht höher schätzen kann. Auch ich sehe ein, dass
darin in München noch viel geschehen muss, bis jedes Haus und ?
s jede Strasse sich vollkonimen und rasch entwässern kann, bis in if
allen Stockwerkcn dor Hauser laufendes Wasser sich findet. Das
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