HomeÜber den Werth der Gesundheit für eine StadtPagina 24

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i 18 Erste Vorlesung.
Q Das Paradies, (ll€*li1GS€11Sbll1`l(E‘ und M€bl11lSü1l€]11’S Alter kannte
nur die graueste Vorzeit, sie konnnen gegenwärtig 11icl1t 11’l€ll1‘ vor,
aber so weit wir sichere historische Nachweise haben, ist es i11
g allen cultivirten Ländern mit der Lebensclauer nnd aucl1 init der
f Körpergrösse und Stärke durchschnittlicli 11icl1t schleohter, sondern
i E nachweisbar besser geworden; dass trotzdeni das Gegentheil so
i ,7 allgemein angenoinnien wird, rührt vo11 einer Eigenthüinlichkeit
• 5” der 111G1]SCl1l1Cll€11 Fantasie her, i11 welcher sich Alles uni so mehr
ë »` vergrössert, je weiter es i11 der Vergangenheit zurückliegt, was die
li umgekehrte Wirkung von der unseres leibliohe11 Sehorganes ist.
` . Viele von uns haben das gewiss schon an sich selbst €1‘fêLl]l“Gll.
§ Wenn 1118,11 in der Jugend lange an ei11e1n Orte gelebt hat, wo
,_ man viel erfahren u11d sicl1 Alles recht lebhait ei11geprägt zu haben
in I glaubt, wie wird man regehnässig enttäuscht, wenn‘n1a11 später
L f wieder an denselben Ort konnnt, selbst wenn Alles genau beim
, K Alte11 geblieben ist. Wie konnnt eine111 die Stube oder der Saal,
den man so lebhait i11 der Eriniierniig behalten hat, so klei11 u11d
l nnbedeutend vor, gegen das Bild, wie es in der Fantasie stand.
,* Könnten wir uns so i11 inittelalterliche Zustände zurüokbegeben,
l11](l uns diese Zeit 111it 1l11'G11 unbestreitbaren Höhepunkten so i11
ä der Nähe besehen, wie einen frühern Aufenthaltsort unserer
Jugend, wie sel1r würden wir das Meiste ganz anders linden, als
wir es uns gewöhnlich vorstellen.
Wir wollen als Beispiel für unsern Fall gerade die irüheren
Zeiten der Riesenstadt LO]1(lOl1 Ilêlllllëïll, i11 der gegenwärtig 111€ll1'
als 3 Millionen Menschen wohnen, stellenweise viel Notl1 1l11(l
Elend herrscht, 1111Cl i111 Durchsohnitt vo11 1000 Lebe11de11 jährlich
A doch 11L11` 22 sterben. Londo11 war êL1lCl1 ini Mittelalter SCl1011 ei11e
_i grosse Stadt, aber doch viel kleiner als jetzt, und wir wolle11 sehen,
wie die Sterblichkeit dort gewesen, als die Stadt noch viel kleiner
war, ob sich mit der Vergrösserung derselben wirklieh, wie man
in so gern áL11111lI1l11l3, il1r Gesundlieitszustand versehlechtert hat. So
á viel Bräinde LOl1(lO11 schon gehabt hat, die Kirchenbücher, welche `
E, die (livilstandsregister enthalten, sind seit 111Gl11‘G1`G11 J ahrhunderten
i ï erhalten, und man hat daraus das inittlere Lebensalter zu ver-
‘ schiedenen Zeiten bereehnen können. Eine derartige Arbeit wurde
ig b vor einiger Zeit von Dr. Greenhow durchgeführt, wesentlich im
li ZllSä111l]1€1lll{tl1g€ 111it der Inipflrage, uni zu sel1e11, ob sich seit Ein-
llllllïllllg der Kuhpockeniinptnng oder Vaccination die Lebensdauer
V€1`1`l1]g'G1`lC habe, wie das Vorurtheil oft so bestiinmt behauptet,
V oder nicht. Green how l1at ZCll1]'lä~l11`1g€ Zeitabschiiitte gewählt.
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