HomeÜber den Werth der Gesundheit für eine StadtPagina 17

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Erste Vorlesung. 11
Mannern und F rauen, Kindern und Greisen gewiss nicht zu viel. Q
Man weiss aus den Erfahrungen von Krankenunterstützungs- und *1
Hilfscassen, dass vom 60. Lebensjahre an die Arbeiter durch- ,i
schnittlich sogar über 40 Tage im Jahre krank sind. Ich kann
daher nicht anders, als annehmen, dass in unserer Stadt München I
jahrlich Millionen Gulden durch Krankheit nutzlos verloren gehen. P
Man kann es Niemand verargen, wenn er über die Höhe
dieser Geldsumme f'ür die jährlichen Krankentage erst staunt, dann ,1
aber bei näherer Ueberlegung zwar die Einwohnerzahl von Mün­
,_ chen, etwa auch noch den Betrag von 1 Gulden als durchschnitt­
lichen Schaden, Ausgabe und Verlust für 1 Krankentag zugesteht, V
jedoch an der Zahl der Krankentage, welche überhaupt von den `
Statistikern zu durchschnittlich 20 Tagen im Jahre angegeben wird, J
doch wieder zweifelt und befürchtet, diese Zahl sei vielleicht doch
zu hoch gegriffen, oder aus ausnahmshweise ungünstigen Verhlalt-
nissen abgeleitet. Ich gestelie, mir ist selbst einige Besorgniss ge- ·,
kommen. Ich habe mich daher bemüht, noch einen andern Weg ·.
der Schätzung aufzufinden, und habe einen gewählt, der von dem Y
"" vorigen ganz unabhlangig ist und daher gleichsani als eine Probc 1,
der vorhergehenden Rechnung gelten kann. Zu diesem Zwecke,
um auf ganz anderer Grundlage zu einer Vorstellung über dio l
Krankenzahl und die Krankentage in der Stadt München zu ge- à
langen, habe ich denselben Weg betreten, auf dem schon früher
Herr lVIedicinalrath Dr. Wibmer die Krankheiten, die Morbilitàit ‘_;
,4, der Stadt München einer Schätzung unterworfen hat, der seiner
Natur nach zwar zu einem Resultate führt, welches hinter der .
Wirklichkeit zurückbleibt, aber gerade dadurch dasjenige gewährt,
was wir wünschen niüssen; wir möchten j a finden, wie viel einzelno g
Krankentage in München allermindestens herauskoinnien müssen. _.
Man weiss aus der niedicinischen Topographie und Ethno­ E
graphie der königl. Haupt­ und Residenzstadt München von Herrn ,_
" Medicinalrath Dr. Wibmer, ein Buch, das in München mehr bekannt ‘ï_
zu sein verdient, als es wirklich der Fall ist, wie viel Personen
wahrend einer Reihe von J ahren in allen öffentlichen Kranken­ und
Versorgungsanstalten als krank behandelt worden, und wie viel
davon gestorben sind; mit anderen Worten, man kennt das durch- ig
schnittliche Zahlenverhältniss der Todesfälle zu den Krankheits­
fallen in diesen Anstalten. Ferner hat man dafür einen Maass­
stab, wie viel Tage sich diese Personen durchschnittlich krank
beflnden, bis sie entweder wieder genesen, oder bis sie sterben.
Da ergibt sich nun, dass im Durchschnitt einer langern Reihe `,
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