HomeÜber den Werth der Gesundheit für eine StadtPagina 13

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Erste Vorlesung. 7
von einem Naturforscher und sehr praktisehen Wirthschaftslehrer
her, von Benjamin Franklin; ein englisches Spriiehwort nennt l
die Zeit den Steff; woraus das menschliche Leben gemacht ist, und
J schon der alte Pirkheim er von Nürnberg führt in seinen Werken e
i an, dass Celtes aus der Güte der Nürnberger Uhren den Schluss ·
i gezogen habe, dass in dieser Stadt auch bei den reichsten Bürgern l
; eine grosse Ausnutzung der Zeit bestehe. Roscher gibt ferner an,
dass auf den mittelasiatischen Markten dem gebildeten Europaer nichts
i mehr auifalle, als die Geringsehätzung der Zeit von Seiten der
, indisehen und bueharisehen Handelsleute, welche völlig zufrieden `
{ sind, wenn sie nach endlosem Warten einen etwas höhern Preis ,
erlangen, was doch ei11 Zeichen eines sehr niedrigen kaufmänni­
sehen Standpunktes ist.
Dieses Hinwarten und Hinpassen ist nichts als eine Art Zeit-
verschwendung, und die ökonomischen Folgen sind sich ganz gleich,
es mag das F aullenzen ein ireiwilliges oder erzwungenes sein. Q
, Kranksein ist zum mindesten ein erzwnngenes Nichtsthun, und das
{ ist wahrscheinlich auch der Grund, warum faule Leute sich so
, gern krank melden. Wenn ein Arbeiter blauen Montag macht, i
lf anstatt zu arbeiten und zu verdienen im Wirthshaus sitzt, und am _
‘ nächsten Tag, wenn er auch wieder zu arbeiten beginnt, wegen w
seines Katzenjammers nicht viel ausrichtet, so wundert man sich
gar nicht, dass so einer es zu nichts bringt, allmälig oft sogar ein ;
I vollständiger Lump wird und der Gemeinde zur Last fallt; ­- aber
__ die Krankheit zwingt auch Viele zum Blaumontagmaehen, wenn 3
sie anstatt ins Wirthshaus auch ins Krankenhaus gehen. Wenn sie
von da dann herauskommen, haben sie gleichfalls oit noch grossen Qi?
Katzenjammer, obschon nicht vom Bier und von einem Rausch, vl
{ aber von einer Krankheit und einem oit rasenden F ieber her. Diese l.
f armen Menschen sind in ihrer Erwerbsfahigkeit 'von Taugenicht­ l
sen und Trunkenbolden in gar nichts unterschieden, als dass sie {
i unschuldig die Folgen der Unthatigkeit tragen müssen.
Wie hoch soll man nun den Schaden der Krankheit durch-
I schnittlich rechnen? Diese Rechnung ist zwar eine sehr ver- Q
wickelte und vielartige; es wird sehr verschieden sein, ob ein Fa- ,
i, milienvater oder ein kleines Kind einen Tag versäumt; dann ist l
K aber nicht bloss das Versauinniss, sondern es sind auch die Kosten F
des Krankseins für arztliche Behandlung, Apotheke und Piiege iin
i weitesten Sinne zu rechnen. Es ist eine alte Erfahrung, dass selbst ä
kranke Kinder schon viel mehr Geld, neben viel mehr Miihe und.
Pilege kosten, als gesunde, und das oft in Gl.1`lClll Maasse. dass ge-
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