HomeÜber den Werth der Gesundheit für eine StadtPagina 12

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;,> 6 Erste Verlesnng. I
heiten Verstorbene, und bei der amerikanischen Unionsarmee
· zahlte man auf 52152 Mann Gesammtverlust nur 10142, welche
H den Schlachten zum Opfer iielen.
I, Aehnliche Verhältnisse zeigte der Krieg 1866 zwischenPreussen ,
_- und ()este1·reich, wo die Sieger und die Besiegten viel `mehr Men-
Y schenleben durch die Cholera, als durch die Schlachten und Ge- 1
fechte verloren. Günstiger war das Verhaltniss im letzten deutsch-
fraiizösisclien Kriege von 1870-71. Der Statistiker Engel gibt
q* den Gesammtverlust aller deutschen Heere auf 40 881 Mann an,
von denen durch die Wafïen 28 282, durch Unfälle 346 und durch ,
Krankheiten nur 12 253 umkamen.
In Der Kriinkrieg hat demnach den verbündeten siegreichen
I Türken, Franzosen und Engländern mehr als noehmal soviel Men-
sclienleben gekostet, als uns Deutschen der letzte Krieg mit Frank-
reich. Vergleicht man die Verluste der beiden Kriege mit ihren
politisehen Resultaten, so mnss man anerkennen, dass wir Deutsche
li diesmal verhältnissmassig sehr billig zu unseren Lorbeeren gekom­ _
, men sind. I
I' Dieses günstige Resultat ist allerdings hauptsachlich der Ab-
,ï wesenheit der Cholera zuzuschreiben, aber man darf nicht verges- EI
I sen, dass in früheren Zeiten schon oft Typhns, Ruhr und Pocken, die I
auch im deutsch-französischen Kriege nicht gefehlt haben, hinrei-
chend waren, ganze Heeresabtheilnngen kainptïinfäliig zu machen
und zu deeimiren. Zn dem günstigen Resultate von diesmal haben I
bessere Verpflegung der Gesunden und der Kranken unstreitig sehr _
viel beigetragen. `
·` Ich glaube, ich branche nicht erst zu beweisen, dass in dem
* friedlichen Kampfe um das Dasein die Gesundheit keinen gerin-
, gern Werth verhaltnissinätssig haben könne, als in dem Kriege, ,
in welchenïi die Soldaten kampfen. Um dieses nachzuweisen, han- I
delt es sich 11ur um einen branchbaren Maassstab, um den durch- I
I sehnittlichen Vtïerth der Gesundheit einer grössern Gemeinde,
einer Stadt wie München, schätzen, vielleicht sogar in bestimmten
Zahlen ausdrüclcen zu können. Ich glaube, es làisst sich nicht
leicht ein besserer Anhaltspnnkt dafür finden, als die Zeit, wie I
lange uns Krankheiten dnrchsclmittlich hindern, unserm Bernie,
unseren Geschäften nachzugehen. Roscher hebt in seinem be- g
rühmten Handbuch der Grundlagen der Nationalökonomie her-
I vor, dass die höchstcultivirten Volker und Individnen den Werth ,
der Zeit stets am nieisten zu schätzen wissen. Das sprüchwörtlich
gewordene ,,Zeit ist Geld" (Time is money) rührt meines Wissens
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