HomeÜber den Werth der Gesundheit für eine StadtPagina 11

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I V tje.
i
Erste Verlesnng. 5
In dem ausgegrabenen Pompeji erblieken wir eine antike Stadt
” v0r uns, die nicht wie die übrigen einer Belagerung und der Zer-
t störung durch raubsüchtige F einde zum Opfer tiel, deren TI`tllI1­
mer dann darnach 110ch Jahrhunderte lang der Ausbeutung v0n
Wind lllld Wetter otten sta11de11 und allen sonstigen Ull1WälZl1llg€11
durch spätere Naehzügler u11d Ansiedler ausgesetzt waren, sun- _1
ii (l6I‘1l eine Stadt, welehe durch ein gigantisches Naturereigniss wie
{ in einem Augenblieke ihres L8b@llS beraubt, plötzlich versehüttet L
ä und darnach gleiehsam einbalsamirt und w0hl versehlossen in
einem Sarge v0n vulcanischer Asche der Naehwelt überliefert il
wurde. Wer sieht, wie diese Stadt 111111 allinälig aus der Unter- t
welt wieder ztll das Tageslicht gebracht wird, der staunt nicht T
bl0ss über den Knnstgeselnnaek in einzelnen Hänsern, sendern,
we1111 er überhaupt auf selche Dinge achten gelernt hat,
ebense über die d0rt aufgegrabenen und blessgelegten Strassen.
welehe durch ihre sorgfaltige Pftasterung mit breiten Lavasteinen it
t und durch die zahlreichen 110011 VOl`l12Lll(lGll€ll Bleiröhren in den 4
t Trottoiren zeigen, wie reinlieh diese Previnzialstadt gewesen sei11
musste, wie sorgfaltig auf bequeme `t`lll(l reichliehe Spülung der t
ganzen Stadt gesehen war. ,
Als Meses sein Volk aus der 1{ll€L'lliLSCllELiU( i11 Aegypten ins
gelobte Land führte, erzeg er es auf der viele Jahre langen Wan-
derung durch die Wüste nicht bloss religiös und politiseh, s0nde1·n
auch gesundheitlicli. Die Lagerhygie11e des alten '1`esta1ne11ts hat I
zahlreiche ’,Ol'SC·lll`lHJGll, die 0t`t besser sind. als manche i11 l<`eld~ ·
zügen der Neuzeit.
Im Kriege tritt der Werth der Gesundheit wohl am deut-
lichsten hervor, (161111 die Streitfähigkeit ei11er Arinee hangt auf zï
das Innigste init deren Gesnndheit zusamineng was helfen die besten 1
Soldaten, wenn sie krank liegen, llll(l die besten Waffen und s0n~ i
stigen Vertheidigungs­ und Angriiismittel Ol1IlG Soldaten, die daven
Gebrauch niaehenl Es ist eine traurige Erfalirung aller Kriege.
i dass viel 1nel1r Soldaten durch Krankheiten, als durch feindli<·he
[ Watïen u11d deren Felgen das Leben verlieren. 1
i Während des Krnnlcrieges rückten 309,000 Franzosen aus. ven
t dene11 nach dem Siege 95,240 nicht mehr l1Glllll{€lll‘t@l1. vOll die- i
ser gTOSS€ll Zahl Tedter, die fast der dritte Theil des ganzen
Heeres ist, tielen i11 Sehlachten u11d erlagen ihren Wunden
nur 20,000, während 75,000, fast die viertache Zahl, Kraiikheiten
erlag. Im italienischen Feldzngê 1859, der nur zwei Monate
dauerte, kamen auf 3664 durch Waffen Getödtete 8674 an Krank- A


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