HomeDie Entstehung der Wurten oder "Terpen" und die Senkung des BodensPagina 8

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Durch diese Pegelbeobachtungen, in Verbindung mit
t den erwähnten geologischen Daten, gewinnt die Annahme
einer fortwahrenden Senkung des Bodens, auch in der
Zukunft, an Wahrscheinlichkeit.
Doch sind wir erst seit Kurzem im Besitze wirklich M
zuverlassiger Pegel. Daraus geht die Notwendigkeit
hervor, eine bedeutendere Menge von Tatsachen über ·
langere Zeitraume zu sammeln. Deshalb hat sich schon
seit längerer Zeit die Aufmerksamkeit der Forscher auf
die Wurten gerichtet, d. h. die von Menschen künstlich
i angehäuften Hügel mit geringem Gefalle im Marsch­
i _ gebiete, deren Grösse zwischen wenigen und i l5 H.A.
; schwankt, wahrend ihre Höhe von 3 bis ungefähr 6 M `
-{- A.P. (Deutsch N.N. - normal Null) reicht. Sie dienten
zur Sicherung der Bewohner gegen Sturmfluten.
Durch die Anhaufung dieser Hügel wurden also kleine
Areale des Bodens_ von der Aussenwelt abgeschlossen,
worauf die Natur weder durch Aufschwemmung noch
durch Abnagung der Erde fernerhin einigen Einfluss
ausüben konnte. Ebensowenig können Einschrumpfung
A' oder Auslangung von Kalksalzen irgendwelche beden-
tende Veränderungen hervorgerufen haben, weil die
Sohle (wie man die Bodeniiache der Wurten nennt)
nicht mehr von der Sonne erwarrnt wurde, und die
Wurteii im allgemeinen eine sehr feuchte Beschaffen­
heit besitzen. Ist man also im Stande, die Höhenlage
dieser Sohle zur Zeit des Aufbaues der Wuirte zu be-
stimmen, und ebenso den Zeitpunkt wo dieser Aufbau
. stattfand, so kann mit Hülfe der jetzigen Höhenlage .
die Grösse der Senkung wahrend des nach diesem Bau L
verflossenen Zeitraumes festgestellt werden. l
Bestimmen wir also zuerst, so gut wie möglich den
Zeitpunkt der Entstehung der Wurten. Die altesten ·‘
Nachrichten über die Wurten, die auf uns gekommen
sind, stammen von dem römischen Historiker Plinius. à
Er beschreibt holte, auf dem Watt gelegene Hügel deren
Bewohner sich vom Fischfang ernahrten, und keine