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sche Wolf lierfiel. Und wenn site dem deutschen Volk nicht t i
' fi das Büläerhemd abnelimen wird, in dem es jetzt vor aller i
’ I Welt dasteht, so wird sie den Siegern den Richtermantel, ‘
-ï in den sie s·ich selbsthcrrlich hüllten, von den Schultern ;
reilien. Dieser Ausgleich ist notwen-dig, um die Beziehun­
E gen der Völker zueinandcr aut den Boden des Rechts und L; 2
i der internationalen i‘•/ieral zu stellen. J
si Der unmittelbare Aniaifï zum Ausbruch des Weltkrieges ’·
' ist durch die dohurnentarisclien Veröiicritlichirtigen von ‘
Wien und Berlin ziernlich kier aufgedeckt. Aus ihnen L i
3 ergiht sich, daiä man dom für die serbisch­nationalistischen i
{ Strömungen, die zur Erxnordung des österreichischen
3 Throniolgers führten, die serbische Regierung verantw01‘t­
iich inachte. Die Reizbnrkeit der leit­en·den Stellen war dort
{ um so grötïer, als man in der Ermordung eines Färsten ein
4 hesonders schweres Verbrechen erbliclcte und der fast ab- i
solutistisehe Lenher der deutschen Poiitik mit dem Erm»0r­
{ deten persönlich beireundet war. Man glauhte, die übrigen
l Grolimächte Europas würden einer ,,Züchtigung" Serbiens 3
I nicht in den Weg treten, weil auch ihre Lenker gleichen
'· Abscheu vor den ,,serbischen Fürste·nmördern" ernpiinden g
i und einen e·uropäisc‘l1enl<rieg nicht riskieren würden. Man
i war aber auch hereit, das Risiko eines solchen Krieges auf
9 sich zu nehrnen in der Hoffnung, ihn schliel3lich doch d»urc‘h l
Einschüchterung verhindern zu können. Auf diesem tal- ï
' sehen Gleis wurde der Zug der deutschen Poiitik soweit
, geiührt, daB schlielälich die Kopflosigkeit der Führer den {
{ Zusammenstoii unvermeidlich machte.
> Die eigentlich-en Ursachen des Krieges liegen iiieier. Sie ii
ë liegen ver allem in der Tatsache, dal3 die menschiiche Ge- §
schichte von Anbeginn eine Kette von Brudermorden ist, i
l daB der blutige Kampf zu den tests‘te’hen·den Einrichtnngen i
2 der Völkergesellschaft gehörte. Die sozialistisch­paziiisti­ {
t sche Aufiassung, dal$ der Krieg unter allen Umständen *
· ein Verbrechen sei, wurde von keiner ofiiziellen Macht ·
g theoretisch anerkannt oder gar zum Orundsatz ihres poli- D
W tischen Handeins erhoben. In der Zeit nach dem deutsch-
!_ iranzësêschen Kriegve von 1870/71 bis zum Ausbruch des i
, '·r.’»·'elt’l<rieges, also in einem Zeitraum von 43 Jahren, hatten 4
ièinäizznd gegen die Türkei, Amerika gegen Spanien, Eng- D
j . land gegen die Buren, Japan gegen Rutilund, Italien gegen ”
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