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" nicht - bis zu den Endzielen des Sozialisnius schrittweise
und planmäliig umgestaltet werden kann.
, A Der Parzeilag der französiscizen Sozialisten hat am
§@ 22. April 1919 in Paris eine Resolution angenonirnen, die
' " · besagt:
Es ist der Kapltalismus aller Länder, der die Verantwortunä `
g X und die ewige Schande dieses Krieges trägt, Der kapitalistische
J t Charakter dieses Krieges, den man gewagt hat als einen
Krieg des Rechts darzustellen, `liegt often vor aller Augen. Die
{ sozialistische Partei brandmarkt die Henchelci der französ·isch·en
Regïerung, die, nachdem sie die Unwissenheit und Leichtgläu­
biglreit der ‘v’olksma·ss»en ausgenutzt hat, um ihnen einzureden,
daB es sich nur um einen Krieg der Landesverteidigung, urn
. einen Krieg zur Zerstörung des Militarismus und zur Unter-
drücknng der Rüstungen handle, sich heute anschiekt, diesem _
Krieg, der zu Ende geht, emerz rein imperialiszischen und kapi-
" zalistischcn Azzsgang zu geben, woraus unvermeidlich neue Kon-
' flikte entstehen mülïten, wenn das internationale Proletariat
· , nicht bald Herr seiner Geschicke würde.
Die tranzösischen Sozialisten waren ebensowenig im-
‘ stande, diesen Ausgang des Krieges zu verhindern, wie die
deutschen Sozialdemoirraten imstande waren, wirksarne
Ciegenvvehr gegen den Frieden von Brest­Litowsk zu
leisten, den Einbruoh in Belgien zu verhin·dern und den
Ausschreitungen des Militarismus Einhalt zu gebieten. Der
Krieg hat den Sozialismus in allen Ländern in Ohnmacht
_ · ` zurüclrgeworien, und es ist Zeit für ihn, den Weg zur Macht
vriederzugewinnen. Damit giaubt die deutsche Sozial­
· dcmokratie, den riehtigen Aniang gemaeht zu haben; das
Beispiel Rniälands kann sie nicht loelren. Ihr hat einst
Edgar Milhaud einen Hymnus gesungen in einem Buch, das
,4 er mit den Worten schlofl, die Sache der Kultur in ieder
Beziehung sei die ihre. Vielleieht war das damals zuviel ·
des Lobes, heute sollte man ernstlich darüber nachdenken,
·i ob ai. der Tadel verdient ist, den man seitdem über sie
, genauf; hat.
4 Die deutsche Sozialdemokratie plädiert heute nicht nur
_;L für ihre Sache und die ihrer eigenen Volksgenossen, sondern
j QQ für die Sache Europas und der gesamten Menschheit, in-
1 dem sie die Forderung nach einem Frieden erhebt, der
` nicht ein nach dem Kriege iortgesetzter Völkermor-d ist.
i Der Krieg hat die Sieger nicht reicher gemaeht, ein Frie-
fte. ya ,~ , r