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ç' fl zusteiien, ob die Meimmg, die man in ,Deut·schlend von K
`i’ ‘ gil England hat, für England wichtig genug ist, nm den Ver- lg
such einer Widerlegung durch die Tat zu reehtiertigen. ..
li jg? Die deutsche Sozialdemokratie 1nuB es auf alle Eälle als gg
‘ Q; ihre Anfgabe betrachten, ein nationalistisclz verfälschtcs O
, Bild Erzglamis i·n der dentsehen Verstellung nicht auf- '[
ä, kommen zu lassen. Mit dem Kriege ist die Zeit vorbei, öi
Jil in der die Völlïer einander nur durch einen Zerrstpiegel 5
», ïá sehen dnriten, der alle sympatl1·ischen Züge verscïhwinden P
‘ lieB, die hassenswerten aber ins, Unen·dl·iche vergrölierte. dl
ii Nur der Kin·derstu‘be könnte man erzählen, daii England 5
,,, Seine Weltstelliing bloll seimer Tiiclke, Niedertracht und d
ill Grausarnkeit vendanikt, -daB diese Stellung errungen wenden 1;
[ kormte 0*hne groiie geistige Vendienste und ohne ein be­ in
deutendes Nlali von sittlicher Tüehtigigeit. Der ernste b
Beurteiler wird sieh sa-gen, dai3 Englands Wissenschait,
fil Literatur und fortschrittlicher Geist ebenso zn den welt- k
tl ­ erobernden Máichten gehörcn wie En·glan«ds Kaipitalismus, ,1
Mil Diplornatie, Flotte un·d Heer. y
'; Vielleicht sind aus England die ersten Zeichen der be- S
ginnenden Wiedcrversölmzzrzg der Völker zu erwarten, S,
weil doit die piazifistisehlen Tra«diti0n»en am ältesten und d
;;· am stärksten entwielxelt sind. Dentsc‘l1lan·d wird dann alle n
Ursaehe haben, diese Versöhnu=ngsten·denzen als auirichtig (3
i anzuerlcennen, erstens eininal, well an der persönliehen Ani- A
riehtigkeit der englischen Eriedensireunde nicht zu zwei- {
gt feln ist, zweitens aber auch ·des·halb, weil eine Versöhnungs­ r
{ Q, politik den wirlïlichen interessen des en·gl·is<ïhen Weltveichs (3
Ii lg entspricht. England hat von Deutscliland als einer Militär­ S
tjiug l macht niehts zu fürchten, aber ein Deutse'h·l·an=d, das als 1;
i l moralische Macht an allen Ecken und Enden der Welt die ü
, Igg Feindschaft gegcn England SCll1üI‘ïC, könn-te bald, trotz I·
ïdlïf seiner physischen Schwäche, ein bedenklicher Eakter in g
in der Rechnung der englischen Weltpolitik werden. Snlche W
l gj! Einsicht in Verbindung mit den reellen lnteressen der eng-
ltlf. lischen Arbeiterlclasse und mit dem ehrliehen ethischen ,4
Idealismus der besten Geister des Landes kann eine Madhit t
" weiden, die das Verhältnis Deutschlands zu En·glan=d in E
{ günstigem Slnne entseheidend beeiniluiit. S
,; Vom deutschen Standpunlzt aus wäre es aber eine unbe­ 1,
gi greiiliche Torheit, wenn man sich auf eine antienglische F,
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