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wt- Kann man sich wunidern, daB man in Denischianä nicht an r
Chon V die unbcdingte Meralität einer Mächtegruppe glaubte, an
lercs deren Spitze man Ruliland erblickte?
V der g Von dem Tage des Kriegsausbruchs an lrerrschte aber
i/elle die niilitäriscbe Maschine, sie machte das Volk blind und
_der l stumm. Die Ausschreitungen der deutschen Kri·egsiii’l1rnng
?u·h­ wurden ihm zum Teil nicht bekannt, zum Teil in einer '
,als ïi Weise dargestellt, die ihre scheinbare Rec5ht‘iertigu·ng in
age- sich einschleiä. Am stärksten wirkte das Argument, daii die
Zie- Hnngerquaien, an denen das Volk litt, durch eine vöiker-
rechtswidrige Bioctkade verursacht seien, die zur schäri-
lïic- Q sten Abwehr berechtigte.
2 es Der Aktivität der S0zi:tl·den10l~:rati«e waren die engsten .
zser i Grenzen gezogen, tells durch die äuiieren Umstände, tells
lem { durch die Erwägnng, dah es nicht Sache der Partei sein
lat- ii konntc, den Niederbruch des eigenen Velkes zu beschieu- i
nte. j nigen. Noch ehe der Zarismns gestiirzt war, hatte die g`
"üh- g Erztcnte in ilhrer Antwert en Wilson ihre Friedensziele
rich Q dargelegt, es waren eben dieselben, die ietzt durch die ;
:in­ ii Pariser Friedensschiiisse verwirlxlicht worden sind. So blieb V
die der Soziztldemokratie ein se'hr enger Raum, innerhalb des- Q
Cl'- ` sen sie ihren Kampf geg-en Militarismus und lmperialismns ­ l
er- iiihren kcnnte, sie hat ihn bis zu dem Punkte geiiihrt, an
ite. dem man ­- im Januar 1918 - ihr Zentralcrgan, den ,,V0r-
;en i wärts", nach nngezählten Verbeten mit einem Prozeli we-
iüg g gen Lan·desverrats bedrohte und die alldeutsche Presse die ‘
ich Erschieiinng Eberts und Scheidemanns ionderte.
Hi- ;l Heute iiihrt man in Deutschlanid den nationalistischen J
zilt I Kampi gegcn die Sozialdeniekratie mit dem Argument, die 4 _
ch SOZiZi·(iGVïiOi§ï'&ll1€ trage die Schuld an dem Sieg der Ciegner `
iet und an dem Frieden ven Versailles, wäbrend die auslän·tli­
EI- schen Nationaiisten und ihre unbewuiite Geiolgsehait noch t
UC immer versichern, die deutsche Sozialdemekratie sei die l
EH E ergebene Dienerin des Kaisers und die beste Stiitze des
us Militarismus gewesen. Die eine Behauptung ist ebenso un-
8, sinnig wie die and-ere. Die deutsche Soziaidemekratie hat
ht i in iurchtbarer Bedräingnis immer den rechten Weg gesticht,
H, i wenn auch viellcieht nicht immer gefunden. Sie hat stets
2S ä den Frieden, nie die Niederiage Deutschlands, stets die
B, l Verteidiung, nie den Angriii und die miiitaristische Aus-
i? ? schreitung, stets die Demokratie, nie den Bürgerkrieg, stets
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