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)€sO,n_ einen Seite hat es sich ver·pfl‘ichtet, die Ar-beitszeit zu be- ‘
éitên; schränken, Ldhne zu zahlen, die eine ange·mes·se·ne Lebens- i
C B€_ haltung möglich machen, die Arbeiter vor Uniall und Be- ·‘
rufskranldheit zu schützen, Kin­der, Jugendliche un·d Frau-en _;
vor schädigender Ausbeutung zu bewahren usw. Auf der ,
Zrzäï anderen Seite hat es aber Verptlichtungen iibernehrmen müs- {
sen, die ihim nach der in Deutsc‘h=lan·d allgemeinen lVlein­ung
gmse die Erfüllung der ersteren Verpflichtungen unmöglich x
d md machen. Man ist in Deutschland allgemein davon über- 4,
,, und zeugt, dal3 die Beiriedigung der von den Siegern gestellten
i, und Ansprüche selbst d.ann n·icht möglich ist, wenn alle erwach- `
order-. senen Deutschen bei kärglichstem Lohn Tag und Nacht ar- .
ttszait, beiten würden. Wenn sich mm herausstellt, daB hier ein
Q der Widerspruch vorliegt und dalä man Deutschland nur ver- I
3;*;*àï pflichten kann, das eine oder das andere zu tun ­ ent-
mms weder seine arbeitende Bevölkerung vor der schlimmsten _
some Ausbeutung zu schützen oder aber, ohne Rücksicht aut
gichen diesen geforderten Schutz die von der Wiedergut- r
dès machungskommission festgesetzten Beträge bis zum letz- V
beitcr, ten Pfennig aufzubringen ­-, welche von diesen beiden mit- t
chan- einander unvereinbaren Verpflic‘ht<ungen wird dann F
¤ ¤¤‘d Deutschland nadhgesehen oder wenigstens gemildert wer-
den? Di­e Antwort auf diese Frage hängt in hehem MaBe '
`" A" ab von der Zusammensetzung der W·iedergutmach·un­gs­ _ ;
kommission, deren Mitglieder von den alliierten und ass0­ ‘»_j.
znerten Regierungen ernannt werden, und von den Instrulc- §
mom tionen, die sie erhalten wird. Auf alle Fälle mulä aber test- ,ï
it als gehalten wer-den, dal3 nach dem klaren Wortlaut des Ver-
,,1 si,` trages selbst jede Anspannung der Arbeitskräfte, die die ,·
Vorschriften des internaticnalen Arbeiterschutzes über den
ngm Haufen rennt, als eine Schädigung der internaticnalen Ar-
_SO_ beiterinteressen zu betrachten ist. Auch aus dieser Be- U
mw trachtung ge'ht hervor, was auch an and-erer Stelle nach- pri;
den gewiesen wind, daB die Regelung der aus dem Kriege ent-
tfstc standenen Verbindlichkeiten im Sinne eines sozialen Aus- gt
dat- gleichs und nicht als kapitalistische Ausbeutung der besieg- ,jV
dau_ ten Länder durch die Sieger ertolgen m·uB. Scnst wird j
als der eigentliche Sieger im Weltkrieg die internationale if
,‘__mS_ Kapitalsnzaclit dastehen, und die Arbeiter aller Länder, der
`hat svegreichen wie der besiegten, werden unter ihrem Druck ti
duf aut das schwerste zu leiden haben. ‘r«:{
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