HomeEin Vorblick auf das Jahr 2000 oder ein Tag in einer Strafanstalt des XXI. JahrhundertsPagina 66

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, sehr anders geworden. J a, ich kann wohl sagen:
So anders als es schon geworden ist, kann es ‘
gar nicht mehr werden. Die Fortschritte, die
{ Sie gemacht haben, sind geradezu staunenswerthe.
· Meine Herren, ich erinnere mich noch sehr leb-
· hatt an eine Zeit, wo es auf Messers Schneide
i schwanlïte, ob die Entwickelung des Strai`voll­
` zugs in ein hunianes oder ein strengeres Fahr-
2 wasser einlenken würde. Eine Zeit, in der auch
i dem milden Manne, den Sie heute feierten, scharf
einelïeihe von Andern entgegentrat, welche behaup-
tetten, der Sträfling habe es in der Strafanstalt
t zu gut, er müsse zu scharfer Arbeit bis zur völligen
, Iürschlafïung angehalten werden, damit ihn der
· Hafer nicht steche, es miisse der Stock die Strafe
verschärfen helfen. Meine Herren, ich selbst
habe einst in jugendlichem Feuer dem Stoclïe das
W<Jrt geredet, aber" ....
i Weitei· kam ich in meiner Rede nicht. Schon
als ich die Verschärfungsgedanlïen der Vergangerr
heit erwähnt hatte, machte sich eine grosse Unruhe _
unter den Anwesenden bemerklich. Ich hatte das in
iz er meiner Verblendung für ein Zeichen des Beifalls
angesehen, den man mir zollen wollte, für Zu-
‘ stimmung, weil jene unmenschlichen Tendenzen
, nicht zur Wirkliclilïeit geworden waren. Ich
sollte aber schnell und rauh aus meinen Himmeln
J, gerissen werden. Kaum war das Geständniss,
dass auch ich ein Verfechter der Prügelstrafe
‘ gewesen sei, dem Zaun meiner Zähne entflohen, da
’ erhob sich, ehe ich nur meinen so schwungvoll be· `