HomeEin Vorblick auf das Jahr 2000 oder ein Tag in einer Strafanstalt des XXI. JahrhundertsPagina 64

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Glauben Sie mir, der ich den Unterschied zwischen
, früher und jetzt mit eigenen Augen habe ermessen
F können. Aber lassen Sie mich einen Punkt hervor- I
heben, in dem nach ineiner Ansicht auch heute
S erst nur eben ein Anfang der Entwickelung zu
I sehen ist, ein Punkt, auf den Sie gewiss Ihre
, Aufmerksamkeit in Zukunft hinlenken werden." I
* ,,IIeine Herren! So viel menschlicher als E
I früher der Strafvollzug heute schon ist, so fehlt I
doch auch ihm noch das Verständniss für einen g
.` wichtigen Punkt. Noch nimmt er in einer Be­
” ziehung nicht Rücksicht genug auf das rein mensch-
liche Empiinden. Er trennt mit roher Hand so-
I gar das, was der Hinimel selbst zusammengefügt
$ hat. Wie viele von Ihnen sind herausgerissen ,
‘ aus dem Kreise ihrer Familie, wie viele liebende
Gattinnen, zärtliche Bräute trauern und weinen I
einsam um den ihnen entrissenen Beschützer! ,
Meine Herren, das muss anders werden und wird
anders werden, denn es kann anders werden!
A Der Staat hat dafür zu scrgen, dass insbesondere {
die verheiratheten Sträfiinge nicht mehr von den
l Ihrigen getrennt werden, dass nicht durch Be-
i` · strafung des einen Theils die Eheschliessung
, zwischen Verlobten vorzögert, ja oft unmöglich
gemacht werde. Es müssen Gefängnisse nicht z
I nur für niännliche und weibliche, sondern vor
allem solche für verheirathete Sträflinge gebaut
[ werden. Denken Sie sich nur, was diese Ein-
richtung auf die jetzt doch immerhin etwas ein-
seitige Géeselligkeit in der Anstalt für einen ,
E