HomeEin Vorblick auf das Jahr 2000 oder ein Tag in einer Strafanstalt des XXI. JahrhundertsPagina 59

JPEG (Deze pagina), 557.83 KB

TIFF (Deze pagina), 5.20 MB

PDF (Volledig document), 41.18 MB

h‘*a&** Y,. . .­ - .,»·.u.` . ,, , . . . ~~. . . A ‘
w
l
51
,,Ausserdem erregt ja", dozirte der Direktor
weiter, ,,Hering' starken Durst und regt zum
Trinken an. Da es nun zu jenen Zeiten in den
Strafanstalten nur Wasser gab, Wasser aber
ebenfalls niederschlagencl und beruhigend wirkt,
sc war der Gedanlïe ein ganz praktisch durch-
geführter. "
,,Sicher", bestätigte ich. ,,Das, W£LS Sïê mir
da eben erklärten, berührt einen mir ganz neuen
Gesichtspunkt. Aber jetzt verstehe ich auch,
aus welchen Gründen man damals in den Speise­
tarif den Käse als Nahrungsmittel aufnahm.
Käse ist schwer verdaulich und je schwerer l
verdaulich das ist, was man isst, um so trager ,
und phlegmatischer fühlt man sich. Wahrschein- l
lich sollte auch das Käseessen die erregten i
Greinüther beruhigen."
,,WVchl möglich", nieinte der Direlïtor. ,,Sehen _
Sie, auf demselben Gedanken beruht das Milch- g
, trinlïen, von dem wir vcrhin ausgingen. lVir ,
suchen denen, welchen es ncth thut, auf diese ’
WVeise auf natürlichsteni Wege die geduldige und ï
frcinme Denkungsart einzuflössen. Sie lächeln ,
ungläubig, aber ich kann Sie versichern, wir [
haben ganz erstaunliche Erfclge niit unserer
ä Milch­Kur erzielt. Denken Sie nur, neulich ist
ein Sträifling, ein ganz gefährlicher Messerheld,
l der wegen eines unglaublich rchen, blutigenlllesser-
l excesses auf Jahre hier sitzt, plötzlich iin Klub
beim Mittagsessen in Ohnmacht gefallen. Als
er wieder zu sich kam und man ihn fragte, ii
4* 1
4 ‘
l Q