HomeEin Vorblick auf das Jahr 2000 oder ein Tag in einer Strafanstalt des XXI. JahrhundertsPagina 50

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empfindlich. Ich bemühte ‘mich vergeblich, Ka-
ninchen und Meerschweine durch Impfungen mit
dem Gift zum Mord und grcben Unfug zu bringen.
Selhst stehlen wollten sie nicht, cbwohl das ~
Diebstahlsgift das stärkste von allen ist. Da
sah ich ein, class ich meine Experimente an
Menschen machen miisse, wcllte ich mich von
der Wahrheit meiner Theorie überzeugen. Ich 1
beantragte beim Ministeriuni des Innern, man
möge mir das erfcrderliche Material stellen. Das- .
selhe Wies mich nicht nur laurz ab, scndern äusserte J
auch noch sein Bedenlïen bezüglich meiner geistigen l
Gesundheit. Auch erfuhr ich, dass man damit
V umging, mich zum Iichn für meinen wissenschaft­
lichen Eifer meines Amtes als Gefängnissarzt zu
entsetzen. Da wagte ich das, was mir Verderben
brachte. Einem Kranken injizirte ich an Stelle 1
eines Klystiers eine Dcsis meiner Mcrdbacillen.
Die Wirkung war die erwartete. Ncch an dem- g
selben Tage schlug derselbe einen Krankenwärter ,
tcdt und verletzte eine Reihe anderer Personen. i
lIan warf Verdacht auf mich, ich war zu stclz,
zu leugnen, man machte mir den Prozess, der .;
Staatsanwalt sah in mir den Thäter, im Thäter
mein blcsses Werkzeug, die lïlugen Geschwcrenen Q
_ liessen sich von ihm bereden, trotzdem n1ein Ver-
theidiger in feuriger Rede den Werth mei11er
Entdeckung pries und sie hat, sie möchten mich
zum Wchle der Menschheit erhalten. Sc sitze
icl1 hier, ein zu lebenslänglichem Zuchthaus be-
gnadigter, gemeiner Verhrecher.“