HomeEin Vorblick auf das Jahr 2000 oder ein Tag in einer Strafanstalt des XXI. JahrhundertsPagina 31

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vorherzusehen, als dass solch armer durch rast­
lose Arbeit abgehetzter Sträfling, wenn er ent-
, lassen wurde, mit der Arbeitsprämie in der
Tasche erst mal ordentlich blau machte und
‘ dabei im Vollgenuss der lang entbehrten Frei-
heit, ungewohnt des Alkohols, sofort wieder über
die Strange schlug? Alles Uebermaass schadet,
das zeigte sich auch hier. Und nicht genug,
l dass man den Sträiiing zur Arbeit zwang, nein,
man wählte auch Arbeit für ihn aus, welche
alle Arbeitslust in ihm ertöten musste. Man
stellte ibn in den grossen Anstalten zu Ende
vorigen Jahrhunderts an Masohinen, und bewirkte,
dass der Mann durch die ganz mechanische
geisttötende Beschäftigung selbst zur Maschine
wurde und sich alles Denken abgewöhnte. Schon
Krohne hat in seinem Lehrbuch davor gewarnt,
indem er ganz allgemein aussprach, ,,Arbeits­
zweige, bei denen der Gefangene zur Maschine A
wird oder verdummt, sind aus der Anstalt fern-
zuhalten." Man hat sich aber die Ohren ver­
F stopft und die einzig richtige Konsequenz, für die
Arbeiten, die mehr oder minder mechanisch sind,
[ oder welche doch nicht gerade zum Nachdenken a
K 4 anregen, und die sich aus dem Betriebe einer ,
, grossen Anstalt wohl nicht ganz loslösen lassen, i
freie Arbeiter zu miethen, nicht gezogen. Die n
l Sache blieb beim Alten. Aber schliesslich musste, ;
als man den Sträflingen mehr und mehr eine l
menschenwürdigere Stellung einräumte, der zu
scharf gespannte Bogen brechen. Die er-
r
In