HomeEin Vorblick auf das Jahr 2000 oder ein Tag in einer Strafanstalt des XXI. JahrhundertsPagina 16

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auch WVitzblätter; gerade sie sind von Werth,
_ sie verhindern, dass der Sträfiing durch das Be-
wusstsein seiner immerhin traurigen Lage ge-
knickt werde. Bescnders die ,,FliegendenAnsta1ts­
_ Blätter“ und die ,,Anstaltswespen" werden viel
gelesen und haben keinen Mangel an Beiträgen aus
den Kreisen der Sträiiinge. Die Rubrik ,,Ge-
dankensplitter" und ,,Ze1lenb1üthen" bringen cit
ganz hiibsche Sachen. Auch unsere Anstalts·
biblicthek, deren Ccmpletirung ein aus der Mitte {
der intelligenteren Sträflinge gewähltes Lese­ i
kcmitee besorgt, ist recht gut und zweckmässig
zusammengesetzt. Gerade der Gedanke, das Lese­
bedürfniss des Sträflings durch Sträflinge be- ·
friedigen lassen, ist ein sehr glücklicher gewesen.
Die Leute wissen selbst am besten, was ihnen
notthut. An Stelle der früher den Hauptbestand-
theil bildenden Erbauungsbücher ist allerdings
heute vor Allem der moderne realistisch-scziale
Tendenzrcman bevorzugt. Das ist aber gut, der
Sträfling bleibt, wenn er ihn liest, in seinem ge-
wohnten Ideenkreis, er sieht die Welt in dem
Buch, wie sie nun mal ist, nicht wie sie
sein soll. Und wir haben schon oft er-
lebt, dass die Wall0th’schen, A1berti’schen
u. s. w. Rcmane durch ihre Scheusslichkeit und
Schmutzerei dem Leser darüber ein Licht haben
aufgehen lassen, dass er sich später vor ge-
wissen Kreisen und Sachen in Acht zu nehmen
habe, und wie hässlich es sich für den dritten
Unbetheiligten ausnimmt, wenn andere sich