HomeDie alte und die neue Stadt KölnPagina 9

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_ V l Von der grossen Zahl ihrer Kirchen und dem weit ver- li
breiteten Ruf der darin aufbewahrten Reliquien hatte die Stadt
_ Köln die Ehrenbezeichnung der ,,heiligen" erhalten. Ausser
seinen 19 Pfarrkirchen zahlte Köln nicht weniger als ll Stifts­,
2 Abtei-, 38 Klosterkirchen und 3() Capellen und Oratorien
· ohne Thurme. Der Dom, ein gewaltiger Torso, gab auch in
,. seinem ruinenhaften Zustande Zeugniss von einer Kühnheit und
[ geistigen Kraft des ersten Baumeisters, wie sie in gleichem
Maasse vergeblich bei spateren Architekten wieder gesucht wird. T i,
‘ Dieser Bau war begonnen worden in einer Zeit, in welcher die ~
_ Erzbischöfe des festen Vertrauens lebten, dass es ihnen gelingen j,
l _ . l werde, wie eine Reihe von kleinen, früher unabhangigen Ge- W
bieten, so auch die stolze, machtige Handelsstadt Köln unter j
_ die Herrschaft des Krummstabes zu beugen. Sie täuschten sich S ‘
K in ihren kühnen Hoffnungen, und nach einem langjáthrigen, er- in
` bitterten, blutigen Kampfe sah sich der gewaltthätige Erzbischof L
Siegfried gezwungen, seine Metropole zu verlassen und seine i _i'
Residenz in eine andere Stadt des Erzstiftes zu verlegen, das
Schwert einzustecken und die Unabhangigkeit derjenigen Stadt,
__ von welcher sein Fürstenthum den Namen hatte, anzuerkennen.
Der Ausbau der bisehöflichen Macht blieb unvollendet, so auch
der Kölner Dom, welcher die Metropolitan- und zugleich Grab- i
t kirche der Erzbischöfe war. Der Krahnen auf dem südlichen, Y
kaum bis zu einem Drittel der projectirten Höhe geführten ia; r
Thurme verkündete Jahrhunderte hindurch der kampfmuthigen ï
Bürgerschaft, dass die Herrsehgelüste der Bischöfe an dem Frei- W
heitssinne und der Wehrhaftigkeit der Burger sich gebrochen. jj {
Auchpdie übrigen Stifts- u11d Abteikirchen nahmen unter den óf,
deutschen Kirchenbauten eine hervorragende Stellung ein; fast Q
‘ jede derselbenkonnte sich kühn mit dêll meisten der` alten ‘
deutschen Dome an Grösse und Baupracht messen. Alle trugen i‘
sic in ihren Haupttheilen den Charakter der romanischen Ban- 3 ,' _ï
· l ‘ periode, in welcher sie entstanden; nur einzelne Um- oder An- gi
bauten waren in gothisehem Stile ausgeführt; hier war der
-Thurm,_ dort das Chor und bei. einer andern das Portal in
t gothischer Weise um- oder angebaut. A, ,_

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