HomeDie alte und die neue Stadt KölnPagina 6

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für die Wissenschaften in Italien, was Paris in Frankreich, das {
war Köln im niederen und mittleren Deutschland. Die Kölner i
Bischöfe legten den Grund zu jenem gewaltigen Einflusse, den
die deutsche Geistlichkeit im Mittelalter auf die Geschiclïe des
deutschen Reiches gewann. Köln war, bis Holland den Vor-
rang in Handelssachen an sich riss, die erste und grösste Stadt
für de11 unmittelbaren Verkehr mit England, Italien, Spanien, {Q
Frankreich, Griechenland. Ven Köln gingen die weit verzweigten
Handels­Verbindungen aus, die der deutschen Hanse zu Macht
und Reichthum verh0lfe11 habe11. Köln galt als die machtigste
Schützerin des freistadtischen Handels u11d des niederrheinischen
mercantilen Lebens. In Köln ist der Knetenpunet jener gewalti-
gen Kampfe, die im Mittelalter Fürsten, Adel und Bürger in II
dauernder Bewegung und Erregung hielten. Alle Bestrebungen,
` die in jener Zeit Hand und Kepf in Bewcgung setzten, nament­
lieh der Kampf des zu Macht gelangenden Bürgerthums gegen
die machtstolzen Geschlechter, die Erhebung der Städte gegen
ihre Fürsten, haben i11 Köln ihren Vorgang, ihren Typus, ihre
Tricbfeder. In der Stadt Köln verwickelten sich die Interessen
des Erzbischefs und der bürgerlichen Gemeinde zu einem fort- Ip,
dauernden Kampfe, der manche Jalirhunderte hindurch die Auf- g
merksamkeit der Welt beschaftigte. Hier ertretzte sich das _l
Bürgerthum eine selbstandige politische Stellung und eine ge- ·
sicherte Verfassung, und hier entwickelte sich inmitten der blu-
tigsten inneren und ausseren Kämpfe eine unabhangige Stadt, ii
die in Bezug auf Pracht, Reichthum und politische Macht jede '
andere Stadt des deutschen Reiches weit hinter sich zurückliess. A
Die Stadt Köln, welche dem Rheine ihren Glanz, ihren Reich- ;
thum und ihre Annehmlichkeit verdankt, bet ven jeher nach
dem Flusse hi11 einen freundlichen, majestatischen, impenirenden L
Anblick. Ven dieser Seite liess die Rhein­Metr0p0le durch die
vielen im Rheine ankernden Kaufmanns-Schiffe, durch den starken, -
mit machtigen Thürmen und Therburgen versehenen Mauerkranz I
und durch die lange Reihe stolzer Stifts­, Kl0s1;er­ und Pfarr­
kirchen in vorzüglichem Maasse diejenigen Eigenschaften erkennen, i
auf welche sie stets so stolz gewesen: Betriebsamkeit, Wehr-
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