HomeDie alte und die neue Stadt KölnPagina 36

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heitere Handwerker, die auf ihren Gaffeln des Guten etwas zu
l tl viel gethan hatten, weiter ausgelassene Arbeiter, die in den vor
l J den Thoren gelegenen Hütten durch das ,,t01le Bier“ etwas
stark angeheitert worde11. Dazwischen huscl1ten hi11 und wieder V
ei11ige Mönche, die weniger, um ihrem frommen Berufe nachzu-
S J; gehen, als in Badestuben und Kneipen sich zu berauschen, ihre
1 ‘ Klöster verlassen hatten, dort leichte Dirnen, welche von wüsten
j SY Gelagen heiinkehrten oder leichtsinnigen Studenten und Lebe-
i mannern nachstellten. Dieser Dirnen trieb sich eine grosse Menge
_ unter dem Schutze der Dunkelheit urnher und manche verdienten S
` auf öffentlichen Platzen und in abgelegenen Gassen ihr Sündengeld.
J, Equipagen, eigene oder gemiethete, deren man sich inner-
` halb der Stadt bei Tage für Visiten, oder zur Erleichterung des
ll gegenseitigen Verkehrs, oder bei festlichen Aufzügen bedient ï
hatte, kannte man nicht. Nur wenige Strassen gab es, in welchen
sich ein Stadtwagen ohne Gefahr für die Kutsche, die Pferde "
X und die Insassen hatte bewegen können. Nur wenn die Leiche 1
­ eines Protestanten vor der Stadt beerdigt wurde, kamen ein- '
zelne Wagen zur Verwendung. Weiter hören wir bei Gelegenheit
in der Bürgerineisterwahl von einer Equipage. Der Neugewahlte ,
bestieg die schwerfätllige Staatscarosse, wenn er beim Antritt J
V seines Amtes aus der Kirche von St. Maria im Capitol seinen
l feierlichen Einzug in das Rathhaus hielt; der neüe Rath fuhr J ‘
ebenso in Wagen hinter ihm her. Andere Aufzüge, wie der
Rittmeisterzug und Doctorritt, wurden zu Pferde gehalten. Wer
A` bei anderen Gelegenheiten zu Fuss zu gehen scheute, bediente S
sich der Sàtnfte oder des Tragsessels. Vom Pfalzgrafen von
Veldenz lesen wir, dass er im Jahre 1590 in einer Rossbahre 1_
am Rathhause erschien, um dem Rath sein Anliegen vorzutragen. a
F I Ein grosser Theil der Strassen, namentlich diejenigen, in E
E welcl1e11 der grösste Verkehr herrschte, gaben scho11 im Aeussern
Zengniss von dem Gewerbe, welches hier schon seit Jahrhun-
,9 • derten von den betriebsamcn Bewohnern nieist in aufeinander
folgenden Generationen Nahrung und Wohlstand gebeten hatte. ,
F Je nach dem Charakter der in den einzelnen Strassen getrie-
be11e11 Beschêtftigungeii herrscht hier tiefe Stille und Ruhe, dort
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