HomeDie alte und die neue Stadt KölnPagina 32

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l mannsgüter ein- oder ü,llSl`·lll1l'lZCll, sehwere ltellwagen, welche deu
{ I Verkehr zwisehen den llandelshïtusern und den Sehitïen vcr-
l mittelten, Sehürger und Lasttrager, welehe Waaren aus den
) Kaufhätusern in die Kaufiiiauiisgewölbe trugen. Dazwisehen be-
; wegte sieh in bunteni Leben und Treiben eine Menge ven wan-
t dernden Ilausirern und lileinliandlern, die in den mannigfaehsten
§ _ Tenarten ihre Verkaufs­Artikel mit laute1·Stinnne anpriesen und
‘ feilbeten. Es waren dies: ()bst­, Mileh-, Gemüse-, ()rangen­, •
lçïlätl-V0l'liä,llfC1`, Sehwefelspahn-, Krahneu-, Glaser-, Thenwaaren-,
­ ¥ _ l3and­llii.ndle1·, Trödler, llutmaclier, Kesseltlielcer, Ratt<­11fa11ge1·,
1 dann muntere Studenten, ausgelassene llandwerksgesellen, stelze
Uavaliere, ruhige Burger, andaclltige Kirehgangerinnen, Welt- .
geistliehe, Canenieheu und Mönche der mannigfachsten Art.
Ver den meisten Kirehen sassen Höcker, welehe Ilraimtwein
g versehenkten 1). Eine Masse ven Bettlern lungerte an den Ein-
gangen zu den liirehen 0der zeg durch die Stadt, um an be-
. stimmten Häusern die Gaben gleichsam als eine ,,Gerecl1tigkeit"
1 entgegen zu 11el11nen. Die Bettlersitze ver den Kirehthüreii u11d
in einzelnen Kirchen galten als wahre Pfründen. Der privile-
girte Bettler erhielt vem Bettelvegt ein Zeichen, welches er sich A
g um den Hals hitngte. Durch die Almesen, die er erhielt, wurde
1 ` mancher Bettler in den Stand gesetzt, eigene Hauser zu erver­
_ ben, Gapitalien auf Zinsen auszuthun und seine Kinder reichlich
auszustatten 2). Auswartige Bettler waren im Besitze von Bettel-
“ briefen, welche ven ihren Heimathsstätdten ausgestellt wareng).
Die Bettler gehörten zu den Unbürgern; unter ihnen machten
· sie, wie es in der ,,Rl1einreise" lieisst, ,,den wichtigsten Theil
und mehr als ein Drittel der Eiuwehner aus. Alle und jede,
_ der angesehene Burger und der Fremde, klagen über dieses
4 impertune Völkchen, ver dessen Anfallen man, wenn man über
die Strassen geht, 0der nur kaum deu Fuss aus dem Hause ge-
setzt hat, nicht gesichert ist. Sie liegen seharenweise ver den
1) Es wurde dies 1597 verbeten. Ratlispreteeelle, Nr. 48, Fel. 15.
, 2) Rathsprotecellc, Nr. Gel, Fel. 92.
3) Tl1lll`II1bllGl16l`, Nr. 19, Fel. 12.

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