HomeDie alte und die neue Stadt KölnPagina 26

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ii ­ verbot der Rath in seinen 1/Iorgensprachen, die Schweine auf
l » den Strassen herumlaufen zu lassen 1). Trotzdem klagte im
October 1548 der Junker von Quade über den Gestank, welchen ·
, die Schweine in der Nahe seines am Ufer gelegenen Hauses _
§ verursachten. Der Bath erliess den Befehl, die Schweine abzu-
1 schaffen; wer dem Befehle keine Folge gab, lief Gefahr, dass
` ` seine Schweine in die Hospitaler getrieben wurden. Im Jahre A
i ‘ 1564 erliess der Bath ein Ediet, wodurch das Halten von Schwei-
. nen ganzlich verboten wurde. Für jedes Schwein, welches nach
· Publicirung dieses Ediets wiirde vorgefunden werden, sollten
i zwei Thaler Strafe bezahlt. werden. Dieser Rathsbefehl wurde
schlecht befolgt. Im Protocoll vom 18. October 1584 heisst es: 4,
,,Dieweil die Bätckersfrau vor St. Paulus und andere Lcute Ferken
, halten, und daher grosser Gestank verursacht wird, so dass die
Y Nachbarn nicht wachen wollen, ist vertragen, dass der Backers-
frau und de11 anderen Bürgern angesagt werde, die Ferken von
Stund an bei Vermeidung des Thurmganges abzuscl1ali`e11“2). .
` Eine Raths­Ver0rdnung vom Jahre 1668 lautet: ,,Da ein ehr-
I barer Rath aus bewegenden Ursachen oft und vielmal gebeten i
hat, dass Jedermann seine Saue und Ferken in seinem Haus A
und Hof behalten oder anderer Gestalt bewahren solle, damit
dieselben dieser Stadt zur Unehre und Schniach nicht auf der
_ Gasse herumlaufen, viel Unreinigkeit und Gestank verursachen,
daher denn allerhand Krankheiten erfolgen; da nun aber der
‘ Bath gespüret, dass dieses Gebot von Vielen gering geaehtet
· wird, so gebietet er nochmals ernstlich, dass ein Jeder seine
Ferken und Saue in seinem Hof und Hause verwahrlich behalten
soll, damit dieselben nicht dermaassen wie bisher auf der Gasse
gehen, Stank und andere Unflathigkeit verursaehen. Es hat nun
ein ehrbarer Rath die Verordnung gethan, dass, wo nach Ver-
lauf von vierzehn Tagen Ferken, init Ausnahme der zu Markte
gebraehten, auf den Strassen befunden werden, dieselben in das
Findlingshaus getrieben werden sollen; daselbst soll man den
1) Morgensprachen.
2) Rathsprotocolle, Nr. 35, Fol. 256.
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