HomeDie alte und die neue Stadt KölnPagina 20

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l . unterbrach man im Jahre 1591 die Pflasterung des Waidinarktes,
( weil man sich nicht entschliessen wollte, einen Burger zu zwingen,
, die Steine, welche derselbe darauf lagern hatte, wegzuraumen. l
V, ,,Die Wegmacher konnten an der Ecke des Waidmarktes nicht
. weiter mit Pilastern fortfahren, weil ein Steininetze, der zwischen
I dem Hause Gülich und der Schule wohnte, viele Drachenfelser
Steine bis an die Waidmarktsgosse liegen hatte. Weil man diese l
Z Steine nicht wegraumen mochte, mussten die Wegmacher auf-
_ E hören" 1).
` Die Engheit, die Helperigkeit und der Schmutz der Strassen
{ brachten es mit sich, dass Niemand sich auf der Gasse bewegte, ’
als wer seiner Geschafte wegen musste. Zum Herumschlendern i
war das Aeussere der Stadt nicht angethan, und Niemanden gal)
es, der müssig durch die Strassen wanderte, um hier und da an ·
F den Laden stehen zu bleiben und sich an der Kunst und Schön-
` heit der vielen zum Kauf ausgestellten Gegenstande zu ergötzen.
Grossc Schaufenster gab es nicht, weil der Detailverkauf ein °
ganz anderer war, als in unseren Tagen.
Der Schmutz und Unrath, den einzelne Bürger nicht ver
g 1 ihren Hausern aufhaufen wollten, wurde vielfach auf den Platz J
{ [ vor dem Rathhause, auf den Altenmarlït, auf den Heumarkt, an
den Hof, auf den Gottesacker von St. Brigiden zusammengefah-
` ren 2). Dem Rathe wollte es lange nicht gelingen, die genannten
Stellen von der Unsauberkeit, welche ,,den Bürgern nicht allein
schimpflich sei, sondern auch viel Gestank verursache“, frei zu ,
halten. Der üble Geruch auf den Strassen wurde durch das
Waidmuss, welches die Farber in die Gossen laufen liessen, in
hohem Grade vermehrt 3). ,,Auf dem Bach in der Nähe des
Waidmarktes“, klagt Hermann Weinsberg, ,,war es unsauber und
voller Schmutz. Ein Jeder schüttete hier seinen Dreck und seine
Abfalle hin, und hauüg lagen hier die Schmutzhaufen so hoch,
dass die Gosse keinen Abfluss hatte. Hauptsachlich waren daran ä .
1
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l I) Weiiisberg, Gedenkbucli, III, S. 233.
2) Rathsprotocolle, Nr. 20, Fol. 278; Nr. G2, Fel. 249.
` 3) Ebend. Nr. 21, Fel. 271.
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