HomeDie alte und die neue Stadt KölnPagina 11

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waren keine Gebäude, die nur annähernd mit den heutigen auf ‘
gleiche Stufe gestellt werden können. Nur die Jesuiten hatten
es erkannt, dass geräumige, luftige Schulsale und prachtige
Bauten dazu dienten, ihre Anstalten mit Zöglingen zu füllen.
Theater, grossartige Gebaude für den öüentlichen Verkehr gab
es nicht. Wenn von Zeit zu Zeit englische oder andere fremde
;­, Schauspielertruppen ihre Spiele aufführten, geschah es auf dem
[ Quattermart, auf Zunftstuben oder in eigens erbauten Bretter­
" buden. Die Post konnte ihren ganzen Verkehr in einigen Stuben
des Börsenlocals und in einem bescheidenen Gebäude des .
Thurn-Taxis’schen Postmeisters bewältigen. Die Bierhäuser und
_ _ Weinstuben, in welchen der Bürger nach vollbrachtem Tages-
werk Erholung und Unterhaltung suchte, waren von bescheidener ’ ‘
Grösse und einfacher Ausstattung. Für den grössten Theil der b ij
Bürger war in den Zunfthäusern Gelegenheit zu einem abend­ =
lichen Trunk gebeten. Ein grosser Theil der Trinkhäuser, i t
z namentlich die Badestuben, standen nicht in sonderlichem Rufe, ä "
und sie wurden weniger von sittsamen Bürgern, als von leicht· '
lebigen jungen Leuten, von Frauenzimmern zweifelhaften Cha-
wk rakters und treulosen Ehemannern besucht. Die meisten hatten _
` keinen bessern Namen, als das privilegirte Frauenhaus auf dem y
g Berlich. In der Absicht, das Laster in dieses vom öffentlichen 4 i
h Verkehr entfernte Haus zu bannen und dadurch die iibrigen *
Theile der Stadt von den vielen Schlupfwinkeln der Unzucht zu ·.
säubern, hatte der Bath dieses gemeine Haus erworben und
unter seine Controle gestellt. Seine Erwartung hatte sich nicht g
verwirklicht. Im Jahre 1550 führten die Dirnen im gemeinen
Hause Klagé, dass man sich vielfach in der Stadt mit Kuppeln {
befasse, wodurch ihnen ein guter Theil der Nahrung entzogen
werde; sie machten siebenzehn solcher verdächtigen Hauser
namhaft. Der Rath befahl den Gevvaltrichtern, alle Aufhälter [ gd]
und Aufhälterinnen zu Thurm zu bringen und die betroffenen
Dirnen auf den Berlich führen zu lassen 1). Der Bath erkannte, · . N
dass er der öiïentlichen Sittlichkeit keinen Dienst erweise, wenn {
1) Rathsprotocolle, Nr. 15, Fol. 76.
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