HomeInsektenkalamitäten in den niederländischen ForstenPagina 4

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2012 7. Sektion: Forstentomologie
Die Gemeinheitsteilungsordnung von 1886 und auch die Tatsaehe,
daB es damals fast 25 0/0 unkultivierten Boden gab gegen 60/0 Wald,
waren Ursache, dalö der Forstkultur mehr Aufmerksamkeit gewidmet
wurde als vorher.
Eins der ersten Ereignisse, welehes die Förderung des Waldbaiis
sehr günstig beeinfluläte, war die Stiftung der ,,Nederlandsche Heide-
maatschappij" (Niederländische Gesellschaft für H-eidekultur) im
Jahre 1888, welehe u. m. advisiert betreffs Heideaufforstung und die
Ausführung der Arbeiten übernimmt. Auch die Verwaltung der Staats-
wälder wurde anfangs von der "Nederlandsche Heidemaatschappij"
übernommen. Erst im Jahre 1900 entschlolä sich die Regierung zur
Stiftung einer eigenen Staatsforstverwaltung.
Der höhere Forstwirtsehaftsxmterricht in Wageningen wurde aus-
gedehnt. Die ,,Nederlandsche Heidemaatschappij" besorgt seit 1903,
nach der Aufgabe der Förstersehule in Frederiksoord, den mittelbaren
· Unterrieht auf dem Gebiet von Forstwirtsehaft, Landwirtschaft und
Kulturteehnik, dabei nach Erziehung von eigenem Personal strebend.
Während dieser Zeit wurden gr0Be Oberfläehen von Heide, Flug- ­
sand und Dünen von der ,,Nederlandsehe Heidemaatsehappij" und
von der Staatsforstverxvaltung urbar gemacht, und auch bei Privat-
personen wurde der Drang, ihr Unland aufzuforsten, jedes Jahr gröläer.
Der bestehende Wald wurde ausgebessert und einer sachverständigen ·
Behandlung u-nterworfen.
Im Jahre 1910 wurde der N iederländische Forstverein gegründet
und 1919 die forstliche Versuchsanstalt.
Es wurde allen forstwirtschaftlichen Fragen Aufmerksamkeit ge-
widmet, die fremden Holzarten und die Insektenkalamitäten wurden
studiert. Seit 1924 besteht Kontrolle auf die Herkunft von Kiefern-
samen.
Je nachdem das Interesse für die Forstkultur in Holland wuchs,
griff auch die Regierung ein durch Ausfertigung von Gesetzen und
Entschlüssen, welche als für die Forstkultur von Interesse betrachtet
werden müssen. So wurde 1907 beschlossen, dalö Gemeinden, welche
zur Aufforstung ihres Unlandes überzugeh-en wünsehen, auf bestimmte
Bedingungen dafür einen zinsenlosen V0rsehuB erhalten können. Ven
1908 an gilt dies auch für gemeinnützige Vereine.