HomeInsektenkalamitäten in den niederländischen ForstenPagina 10

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2018 7. Sektion: F0rstent0m01•ie
Die F 0 rleule wurde anfangs nicht bekämpft. 1844-45 wurde
ziemlich allgemein auf die Hilfe der Vögel gerechnet, während
Schweine in die Wälder gelassen wurden, um die Puppen zu ver-
nichten. Das mittels Schweinen zu säubernde Gelände muüte aber in
vielen Fällen mit Stacheldraht umzäunt werden, um das Uberlaufen '
der Tiere zu den Ackern zu verhindern. Auch beschä.digt·en die
Schweine die zwischengepflanzten Eichenstämme.
Trotzdem ist naehher das Weiden von Schweinen in den Wäldern
noch wiederholt zur Anwendung gekommen, aber in der Regel mehr
um die Humuszersetzung günstig zu beeinflussen, als um die Puppen
zu vertilgen. Die Schweine wurden mit Maismehl beigefüttert.
Eine spätere gr0Be Kalamität der Forleule im Jahre 1919
wurde anfangs bekämpft durch das auf Rückenziehen des Humus,
welcher dann mit Kalk vermischt wurde. .
Diese Methode war kostspieligg überdies wurd·en die Parasiten der
Puppen mit getötet. ·
Inzwischen stellte es sich heraus, daB die Vogelwelt in den an-
gegriffenen Wäldern sehr aktiv war, so daB man auch hier wieder
Bekämpfung auf biolegischem Wege versuchte durch das Einbringen
einer gr0Ben Anzahl ven jungen Hähnen.
Es wurden Ende Juli im Spelderholt bei Beekbergen 549 Stück
ausgesetzt, wo sie bald äuläerst aktiv waren. Man brachte sie in ver-
stellbaren Käfigen unter. Manchmal ·entfernten sich die Tiere sehr
weit davon. Sie wuchsen schnell u·nd wurden sehr gr0B. Um sie vor
zu starker Abmagerung zu schützen, wurden sie mit Mais beigefüttert.
Schlielälich wurden viele Hähne, wahrscheinlich durch das un-
gewöhnte, einseitige Futter, krank und starben. Vielleicht hätte dies
verhindert werden können, wenn man sie von Anfang an kräftiger
beigefüttert hätte. Durch Raubtiere und auch durch Diebstahl wurde
die Anzahl noch mehr vermindert, so daB im ganzen 30 0/0 ver-
loren ging.
Nach Ende des Versuches brachten sie im Herbst noch 1,60 Gld.
l das Stück ein, während sie für die Hälfte dieses Betrages gekauft
worden waren.
Nach einer Ausgabe von 940,-- Gld. für Ankauf, Aufsicht, Futter
und Käfige wurden die Tiere zu 590,- Gld. verkauft, so daB das
Säubern eines Waldes von ungefähr 100 ha von Puppen und Raupen
350,- Gld. gekostet hat.